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#wirsindanders – Blogparade von Mamianders

Blogparade von Mamianders - #wirsindanders

Die Sache mit dem anders sein. Wir sind alle verschieden, niemals gleich und gerade das macht unser Leben aufregend, wie ich finde. Eine lange Nase, braune Augen, verschiedene Körpergrößen oder eine andere Herkunft. Ich könnte die Liste unendlich weiterführen.

Manchmal ist anders sein leider ein Hindernis oder vielmehr, es wird ein Hindernis daraus gemacht. Das ist ungerecht und macht mich oft traurig. Das Schöne an Kindern, gerade die kleineren nehmen Unterschiede meist als ganz natürlich an.

Blogparade von Mamianders - #wirsindanders

Anjas Blogparade

Anja hat auf ihrem Blog Mamianders eine Blogparade gestartet, die noch bis zum 30. April geht. Ihre Blogparade hat zum Thema, dass wir uns alle mal anders fühlen, auch als Mutter, Vater oder Familie. Mit dem Titel #Wirsindanders ruft sie dazu auf ein bisschen davon zu erzählen. (Hast du Lust teilzunehmen?)

Bin ich anders?

Klar bin ich anders, ich bin weder Erika Musterfrau, noch Max Mustermann. Doch mir kam etwas in den Sinn, Situationen in denen ich mich als Mutter manchmal irgendwie anders fühle. Wenn ich unterwegs mit meinem Sohn Deutsch spreche.

Früher wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass ich mal diese Position einnehmen werde. Nämlich Ausländerin zu sein. Gleich vorweg, ich habe glücklicherweise keine Horrorgeschichten zu erzählen. Trotzdem gibt es sie, Momente in denen ich mich anders fühle, weil ich von woanders herkomme und eine andere Muttersprache spreche.

Als Deutsche in Finnland

Nach der Schule bin ich ja nach Finnland gegangen und irgendwie hängen geblieben. Wie erwähnt, negative Erfahrungen als Ausländerin habe ich (noch) keine gemacht. Ich bin mir sicher ein Grund ist, weil ich nicht offensichtlich als Nichtfinnin (oder als “visible minority”) aus der Menge steche. Zudem sind sich die Finnen und Deutschen sehr ähnlich.

Als Deutsche hörte ich zu Zeiten, als ich noch am Nachtleben teilnahm  ( 😉 ) die dümlichen Standard “Hitler Kommentare”. Ins Ausland reisende Deutsche werden diese sicher kennen…

Was gucken die denn so?

Jedenfalls finde ich es manchmal schwer. Ich spreche Finnisch und nehme genauso am Leben teil, wie alle anderen. Doch bin ich unterwegs mit A. und spreche mit ihm Deutsch, habe ich des öfteren das Gefühl, dass die Leute uns genauer beobachten.

Das ist sicherlich auch eine subjektive Einschätzung und wahrscheinlich gucken viele nur genauer oder hören genauer hin, weil es eine andere Sprache ist. Das mag nicht unbedingt negativ sein, vielleicht ist es eher Neugierde. Eine andere Sprache fällt auf, ob im Supermarkt, in der Bahn oder in der Bücherei. Hinzu kommt, dass es gerade in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Finnland meist sehr still ist.

Blogparade von Mamianders - #wirsindanders

In neuen Gruppen

Gerade an unbekannten Orten, wir sind auf dem Spielplatz oder neu in einer Gruppe (Musikstunde z.Bsp.) habe ich am Anfang gewisse Startschwierigkeiten. Ich empfinde es als es schwer den Anfang zu machen. Ich bin mir unsicher, soll ich mich sofort “outen” und sagen: “Hallo, ich bin eigentlich aus Deutschland, blaa.” Spreche ich drauflos, denke ich mir wiederum, ob sich mein Gegenüber wundert, dass ich irgendwie anders (nicht perfekt, mit Akzent) spreche?

Ich stelle mir vor, die anderen könnten auf die Idee kommen, ich sei nun ja, doof… Es fällt mir definitiv leichter, wenn ich die Personen kenne mit denen ich spreche. Dann ist das alles kein Problem für mich, ich fühle mich nicht anders.

Für mich ist es definitiv entspannter, wenn ich sofort sage, ich bin aus Deutschland, ich spreche nicht perfekt Finnisch. Oder aber, das ist sogar noch besser, mein Gesprächspartner spricht mich drauf an.

Und das passiert regelmäßig, ich werde angesprochen, wenn ich mit A. rede oder sie meinen Akzent hören. Viele Finnen haben Deutsch in der Schule gelernt, manche sind richtig begabt und sprechen mich selbst auf Deutsch an. Das sind schöne Erfahrungen. 🙂

Smalltalk

Ich glaube, anders sein geschieht oft im eigenen Kopf. (Wenn es sich nicht um sichtabre Dinge, wie grüne Haare geht.) Mir geht es so, dass ich mir selber Grenzen baue. Ich stelle mir vor, was andere über mich denken könnten. Dabei muss ich manchmal nur über meinen Schatten springen.  Wie erwähnt, ich kam so schon mit einigen Menschen ins Gespräch.

Doch es ist wichtig, wenn man sich anders fühlt es nie als eine Linie zu anderen Menschen zu sehen. Dies ist nicht immer leicht, klar. Hauptsache, wir umgeben uns mit Leuten, bei denen wir uns gut und akzeptiert fühlen. Solche Erfahrungen geben uns wiederum für andere Situationen Mut und Gelassenheit, unser anders sein nicht als Hindernis zu sehen.

Wie anders bist du?

Gibt es Momente in denen du dich anders fühlst? Vielleicht hast du ähnliche Erfahrungen mit dem Sprechen einer Fremdsprache im Urlaub gemacht? Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast. Vielleicht magst du ja an der Blogparade von Anja teilnehmen oder kommentiere hier unter dem Text. Ich freue mich. 🙂

Bis bald und viele Grüße aus Finnland,

Lara

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6 Comments

  1. Ich kenne es sehr gut dieses Gefühl. Ich erziehe meine Kinder zweisprachig. Man bekommt leider wirklich blöde Blicke zugeworfen. Ich bin mir auch sicher, dass diese Blicke kein Versehen sind, dann wird Mamas haben da ein Feingefühl für. Aber es ist schön zu hören, dass die meisten positiv reagieren. Ich muss auch schon mal mich gegen jemanden wehren, denn man wollte mir verbieten in meiner Muttersprache mit meiner Tochter zu reden! Sprachen sind ein Reichtum für jeden Menschen! Wir geben unseren Kindern etwas Besonderes mit! LG Natalia

    1. Danke für deinen Kommentar und deine Erfahrungen. Das tut mir sehr leid, dass du so negative Erfahrungen machen musstest. 🙁 Aber diese Leute haben einfach keine Ahnung, da muss man wohl einfach drüber hinweg sehen. Leider ist das nicht immer so einfach… Alles Gute, Lara

  2. Ich kenne einige Mütter, die mit ihren Pümpfen englisch oder französisch sprechen (also die Mutter-Muttersprache, Papa ist für deutsch verantwortlich) und ich gucke bei sowas immer genauer hin – dich trügt dein Eindruck also vielleicht nicht. Ich gucke halt aus Interesse, weil ich selbst versuche zu verstehen was die Mutter grad sagt, und es auch herrlich finde, wenn die Kleinen in der anderen Sprache reden. Aber ich versuche natürlich nicht zu gaffen 😀

    Was meine eigenen Erfahrungen betrifft, so habe ich im Beruf viel Englisch sprechen müssen und gegenüber Muttersprachlern habe ich mich da anfangs immer geschämt. Inzwischen habe ich aber so viele andere nicht-Muttersprachler kennengelernt und genieße es einfach zu wissen, dass wir uns alle verständigen können obwohl es nicht unsere Muttersprache ist. Und die Muttersprachler haben sich bisher auch jeglicher WItze über den harten deutschn Akzent (den ich sicher habe, auch wenn ich mir alle Mühe gebe) enthalten. Wenn sich Leute über andere lustig machen, die eine Sprache in der sie sich redlichb Mühe geben, nicht gut beherrschen, werde ich aber sehr wütend. Ich finde jeden der es mit einer Fremdpsrache aufnimmt echt toll!

    Von wegen “anders”: ich hab mal einen Uni-Professor gekannt, den ich öfter in der Innenstadt im Bus mit seinen drei Kids gesehen habe, und öfter auch auf dem Weg zum Kindergarten der Uni. Beim ersten Mal dachte ich, die Kinder wären auf dem Weg zu einer Kostümparty. Aber bei ihnen war jeden Tag Kostümparty. Die Kinder durften wohl einfach anziehen wonach ihnen war und das war mal ein Drachen-Ganzkörperkostüm, mal ein Superman-Cape, mal ein Wikinger-Helm und noch vieles andere eigentlich “absurde”. Erst fand ich es komisch, aber dann habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn ich die drei gesehen habe, einfach, weil sie sie selbst sein durften und die Eltern das total unterstützt haben <3

    1. Stimmt, Gaffen ist es auch bei uns eher nicht. Und man muss ja auch erstmal die Sprache erkennen. Das gelingt mir oft nicht. 😉

      Man muss ja auch gerade bei den Engländern und vor allem Amerikanern bedenken, dass sie oft nur ihre Sprache können. Da sollen sie froh sein, dass wir (mehr oder weniger) zum Englisch gezwungen werden. 😉

      Ich glaube den deutschen Akzent gehört einfach dazu. So muss man wenigstens nicht sagen wo man herkommt. Haha.

      Oh, das klingt niedlich und ich finde es auch gut so. Wenn die Kinder halt Fasching mögen. 🙂

      Liebe Grüße, Lara

  3. Wir stechen hier in México allein durch unsere Haarfarbe total hervor. Eine Familie mit 5 Blonden fällt sehr auf. Wenn wir dann auch noch deutsch sprechen, sowieso. Gar nicht mal negativ, die Leute lächeln uns an und finden unsere Kinder total spannend.

    Ich verstehe dich total! Oft fühle ich mich auch anders, manchmal sogar ausgeschlossen.
    Lieber Gruß!

    1. Hehe, ihr fallt dann wohl in die Kategorie “visible minority”. 😉 Ja, manchmal ist es nicht einfach. Gerade wenn man weiß, es wäre einfacher sich einzubringen um sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.
      Liebe Grüße, Lara

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.