Vereinbarkeit – 5 Monate zwischen Familie und Beruf

Vereinbarkeit - Fünf Monate Leben zwischen Familie und Beruf.

Vereinbarkeit – Arbeit im Kopf, trotz Urlaub

Das Jahr 2017 ist Geschichte und leider endete vor einer Woche auch mein Urlaub. Die ersten Tage Arbeit für mich und Kindergarten für A. im neuen Jahr liegen hinter uns. Ich war dankbar über die Pause, der arme J. hingegen konnte gar keinen Urlaub nehmen und blieb in Finnland, als wir nach Weihnachten Richtung Deutschland flogen.

Ich muss sagen, als richtig entspannend empfand ich diesen Urlaub nicht. Es fiel mir die ganze Zeit (gut zwei Wochen immerhin) schwer von der Arbeit abzuschalten. Eigentlich sollte ich drei Tage nach Weihnachten in der „Notbetreuung” für Kinder aus verschiedenen Kindergärten arbeiten. Der Ausblick direkt nach den Feiertagen arbeiten zu müssen, trübte meine Weihnachtsstimmung.

Am Ende arbeitete ich nur einen Tag, wie oft meldeten viele Eltern ihre Kinder an, nutzten die Betreuungsmöglichkeit dann doch nicht. Ich konnte also den Rest der Woche zusätzlich freinehmen. Ich genoß zwei Tage mit A. zu Hause, bevor wir nach Deutschland flogen. 

Auch in Deutschland ließ mich die Arbeit nicht los

Zu Besuch in der Heimat, wurde mir bewusst, wie anstrengend die letzten Monate waren. Ich fragte mich immer wieder, wie ich es schaffte zwischen der Vollzeitarbeit und Familie nicht durchzudrehen. Ich dachte über 2018 nach, ob wir mehr Routine bekommen würden in unser Leben zwischen Arbeit und Familie?

Wobei eine Routine haben wir eigentlich schon, es klappt ganz gut mit „dieser Vereinbarkeit”. Jedoch denke ich öfters, es gibt nur unsere Arbeit und die Organisation des Familienlebens für uns. Es ist genau geplant wer wann das Kind abholt und zu Hause muss neben der Kinderbetreuung noch der Haushalt gemacht werden. Es fühlt sich alles so festgefahren an, Zeit für anderes scheint nicht.

Das ist wohl der Grund warum es bei uns klappt mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben. Wir haben sämtliche „Extras” zurückgefahren. An den Nachmittagen in der Woche passiert nicht viel, keine Besuche im Schwimmbad, ein Ausflug mit dem Laufrad zum Supermarkt tut es zur Not auch. Selten werden Verabredungen gemacht, um halb fünf habe ich wenig Lust auf „playdates”.

Was fehlt? Zeit!

Ja, es geht mit der Vereinbarkeit, weil es halt muss. Als ich mit A. zu Hause war, unternahmen wir mehr, Ausflüge oder Verabredungen standen regelmäßig an. Ich (und es schließt J. ein) hatten mehr Energie für andere Dinge, als auf dem Sofa sitzen und dem Kind beim Spielen zuzugucken. Vor allem hatte ich eins, Zeit!

Es soll nicht dunkel klingen, wenn ich oben von meinen Ferien sprach. Natürlich habe ich die Zeit genossen. Es war schön mit A. ungeteilte Zeit zu verbringen. In den letzten Monaten war dies durch die Arbeit oft Mangelware. Die ersten zweieinhalb Jahren war ich mit ihm (bis auf eine Ausnahme) zu Hause. Wie es oft ist, ich musste erst arbeiten und über 40 Stunden (Arbeitszeit plus Anfahrt) die Woche getrennt von meinem Kind sein um zu merken, wie schön es eigentlich war mit ihm die Tage zu verbringen.

Ganz ehrlich, ich war damals manchmal gestresst und fühlte mich, als gäbe es nichts anderes als Familienleben. Bin ich jetzt mit A. zu Hause, wie nach Weihnachten oder an den Tagen, wo er krank ist, fühlt es sich an, als seien wir viel freier. Wir haben Zeit um zu spielen, Zeit ohne Stress. Es ist eine Zeit für A. in seinem Zimmer zu spielen ohne unterbrochen zu werden, weil wir morgens zum Kindergarten müssen.

In der Zeit seit Anfang August, als ich begann zu arbeiten merkte ich immer wieder, wie wichtig Zeit ist. Mir wurde bewusst, dass ich meine Zeit nicht mit Dingen verbringen möchte, die keinen Spaß machen oder ich keine Energie für habe. Wahrscheinlich war dies der Grund warum ich nicht durchgedreht bin. Deshalb ist es im Blog leider eher still. Ich habe zwar viele Ideen, aber meine Zeit ist begrenzt. Neben der Arbeit will ich meine Freizeit so stressfrei, wie möglich gestalten. Deshalb gibt es auch in meiner kurzen freien Zeit keine Extras, ich mache nur das was wirklich gemacht werden muss und vor allem gemacht werden will.

Meine Wünsche für eine bessere Vereinbarkeit

Eine Stelle mit weniger Stunden wäre toll.* Leider ist dies sehr schwer zu finden. A. wird größer und spielt mehr alleine. (Das ist zumindest unsere geheime Hoffnung.) Ich hoffe auf mehr Zeit für mich, wenn er wach ist. Bin ich allein mit ihm zu Hause, spielt er meist nur selbstständig, wenn ich etwas im Haushalt erledige und er sozusagen gezwungen ist, sich alleine zu beschäftigen. Entspannend ist das nicht wirklich. Bald starten vielleicht erste Verabredungen mit seinen Freunden und er ist mal dort oder wir haben Besuch hier. Er wächst und wir wachsen mit unseren Aufgaben und werden weiterhin das Beste aus der Situation machen. Was bleibt uns anderes übrig?

Wie ist das bei dir? Findest du es leicht Job und Familie zu vereinbaren und wie schaffst du dir mehr Zeit?

Viele Grüße und bis bald aus Finnland,

Lara


*Ich will nicht näher auf meine Arbeitssituation eingehen. Es gibt Tage an den gehe ich gerne hin und an manchen weniger. Ich mache die Arbeit im Kindergarten gerne, aber am „zwischenmenschlichen Drumherum” sollte sich einiges ändern. Das würde definitiv viel Stress von mir nehmen. Dies war definitiv ein weiterer Grund, warum das Abschalten im Urlaub schwer fiel.

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