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Vater in Elternzeit – Mutter arbeitet (ein Fazit)

“Ich gehe dann mal arbeiten.”
Es ist geschafft, die 6,5 Wochen, die ich als Vertretung in der Vorschule gearbeitet habe, sind mittlerweile fast 2 Wochen um. Kurz nach Arbeitsbeginn habe ich ein erstes Fazit verfasst, jetzt möchte ich ein abschließendes Resümee über diese spannende Zeit schreiben.

Puuh, das waren ziemlich anstrengende Wochen. Trotzdem war es eine wichtige Zeit für mich, für uns als Eltern und für uns alle als Familie. Es hat die alltägliche Dynamik anders gestaltet und uns um schöne, so wie lehrreiche Erfahrungen reicher gemacht.

J. hat die Zeit, die Zeit mit A. alleine zu Hause und natürlich außer Haus 😉 genossen. Die beiden haben deutlich Spaß zusammen gehabt, J. hat eben andere Ideen als ich und die Abwechslung hat A. gefallen.

Nach eigenen Aussagen, gefiel J. besonders, dass er seinen Sohn merklich besser und intensiver kennenlernen konnte. Es ist eben anderes ob man den ganzen Tag miteinander verbringt, zusammen frühstückt, spielt, raus geht oder sich abends nur wenige Stunden sieht, wenn nach einem langen Arbeitstag “die Lust raus” ist.

So erging es mir nämlich oft, ich habe ja Vollzeit, gearbeitet und kam je nach Dienst teilweise erst um halb 6 nach Hause. Den Feierabend hätte ich ruhig auf dem Sofa verbringen können. Zu Recht wollte A. mit mir spielen und J. eine verdiente Pause. Und natürlich habe ich die Zeit am Abend mit A. genossen und besonders geschätzt, bin ich teilweise morgens aus dem Haus, wenn er noch schlief. Aber es war häufig der Fall, dass ich kaputt war und ich nicht mehr viel Motivation für große Aktionen hatte.

Wie einfangs erwähnt, es war oft anstrengend, die Kombination aus Arbeit und Familie, zu Hause wartete zwar “nur” ein Kind, nach einem Tag mit 19 Kindern um einen herum, fühlte es sich manchmal wie eine 24 Schicht an.

Viele Tage waren stressig auf der Arbeit, die Gruppe war sehr fordernd und doch hatte ich täglich viele schöne Momente und Spaß mit den Kids. Was mir meine Entscheidung, in welchem Bereich (mit oder ohne Kinder) eigentlich arbeiten möchte, nicht ganz einfach macht.

Vater und Sohn allein zu Hause.
Es handelte sich ja nur um einen kleinen Ausflug in die Berufstätigkeit plus Kind und der Hauptgrund für diesen Schritt war, dass J. komplett mit A. alleine ist und Geld in die Familienkasse fießt.
In der kurzen Zeit, habe ich definitiv einiges für mich gelernt, was ich mir später für uns und mein Arbeitsleben wünsche:

-Wenn nur irgend möglich, möchte ich (noch) keine Vollzeitstelle antreten. Und J. kann gerne reduzieren, wenn er mag und es möglich ist. Jetzt bin ich ja erstmal wieder zu Hause. Mal sehen was Anfang 2017 kommen wird…

-Ich kann mir schwer vorstellen, wie unsere Haushalts- und Einkaufsorganisation klappten könnte, hätten wir beide volle Stellen.

-Ich kann Js Gefühle, dass er A. am Tag vermisst und er lieber zu Hause bei uns wäre nun viel besser verstehen.

Die Elternzeit von J., die noch einen Monat andauert, tut J. sehr gut. Er genießt es sehr und ist merklich entspannter. Ein Tag mit einem fröhlichen Kind statt in einem Büro zu sitzen ist ebend schöner. Wir genießen die Möglichkeit mehr Zeit miteinander verbringen zu können und mir gibt es Raum und Zeit mich (endlich wieder) intensiv um meine Masterarbeit zu kümmern.

Ich sehe dass J. als Vater viel mehr Sicherheit gewonnen hat. Das hat er selber bestätigt und meinte, er würde jedem Vater zu dieser Erfahrung raten.

Die Zeit auf der Arbeit bot mir Abstand und auf eine Weise “Urlaub”. Ich habe immer (sicher sind nicht alle Tage perfekt) eine schöne Zeit mit A. zu Hause, doch der kleine Ausflug, die Testrunde ins Arbeitsleben zeigte mir auch, dass ich reif bin für Zeit ohne Kind. Vorher war mir das gar nicht bewusst und jetzt genieße ich kleine Auszeiten viel mehr und versuche sie regelmäßiger einzubauen.

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  1. Allein mit dem Kind ist für beide Elternteile so wichtig, ich finde es toll, dass es zum einen immer mehr Familien ermöglicht wird und zum anderen immer mehr Väter (vor allem die) das auch wollen. Mein Papa war schon überfordert, wenn meine Mutter nur mal nen Tag zum Volleyball war und er mit uns allein *g*

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