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Mein Kind, die Trotzphase und andere Menschen.

Vor einigen Wochen schrieb ich darüber, dass das Schwerste am Leben mit Kind, die anderen Eltern sind. Jetzt kommt meine Erweiterung, es sind nicht nur andere Eltern, sondern alle anderen Menschen. Das klingt düster und misanthropisch… Soll es aber gar nicht, denn eigentlich stören die anderen nur dann, wenn man sich auf sie konzentriert. Ich erzähle dir von einem Erlebnis in der letzten Woche, wo ich dachte: „Was ist denn mit euch los? Lasst mein Kind und mich in Ruhe!”

Mein Kind, die Trotzphase und andere Menschen.
Wir Eltern, die Ruhe im Sturm. (Bild von Pixabay)

Die Trotzphase gehört zum Leben.

Mein Kind ist zweieinhalb Jahre alt und es gehört zu Alltag, dass ihm ab und an irgendwas nicht passt. So hatten wir Eltern in den letzten Monaten einige schwere Momente, die bekannte Trotzphase halt. A. war unzufrieden und konnte oft nicht sagen oder noch nicht artikulieren was ihn genau störte. Oft nervt ihn eine Sache, die auch wir Eltern nicht ändern können. (Beispiel: Ich habe sein Brot aufgegessen, nach dem er mir drei mal versicherte, dass ich dies darf. Siehe auch „25 weitere und ultimativ gute Gründe für einen Trotzanfall”) 

Es ist schwer, ja teilweise gar dramatisch wenn man seinem Kind nicht helfen kann um seine Situation zu verbessern. Es gehört zum Leben, dass manche Dinge nicht zu ändern sind. Mit zwei muss man dieses Verständnis erst lernen.

Nun, Trotzanfälle gehören zum Leben mit Kleinkind. Ich mag den Spruch was dich nicht umbringt, härtet dich ab. (Als Motto für mich, nicht mein Kind!) Deshalb gehe ich mittlerweile mit dem Großteil solcher Momente routiniert um. Ich weiß, wenn und wie ich konkret helfen kann, was A. in der Situation braucht oder wichtiger, er nicht braucht.

Man lernt als Eltern dazu, vor allem man lernt sein Kind besser kennen. Ich habe gelernt mein Kind einzuschätzen und verstehe seine Situation. Oder ja, ich versuche dies. 😉 (Passend dazu, DAS Buch für alle Eltern mit Kleinkind in der Trotzphase vom „Wunschkind-Blog” zu empfehlen.)

Was wollen die?

Schwerer finde ich Situationen außer Haus. (Zur Erinnerung die Situation mit anderen Eltern.) Verlässt man das Haus sind dort andere Menschen, ist halt so. Doch die Umgebung interessiert mein Kind nicht, wenn ihn irgendwas stört. Das finde ich persönlich kein Problem, ich merke immer wieder, es stört andere. Kinder sind halt lieb und nett, alles andere nervt.

Was mir da hilft? Die anderen Menschen ausblenden, nur mein Kind und mich sehen. Ich warte ab und beurteile die Situation. Gibt es etwas, dass ich für ihn tun kann, außer anwesend zu sein? Was hilft mir? Es ist mir egal, was andere denken könnten. Ja, das ist nicht nur einfach. Allerdings ein guter Lösungsweg.

In der Schwimmbaddusche

Letzte Wochen waren wir schwimmen. Eigentlich waren wir schon geduscht und ich wollte Richtung Umkleide. A. sah dies anders, er wurde wütend und wollte sich nicht abtrocknen, nicht erneut duschen, nicht in die Umkleide gehen, getragen werden oder sonst was.

Ich wusste in dieser Situation ist abwarten das Beste. A. war wütend, weinte, und schrie. Ich merkte wie um uns die Stimmung plötzlich kippte. Es befanden sich ältere Damen mit uns im Duschbereich. Sie atmeten deutlich schwerer, guckten und tuschelten. Sie schienen von mir eine andere, (strenge?!) Reaktion zu erwarten.

Es war mir egal, ich blendete sie aus und wartete auf A. Ich reagierte nicht auf die Frauen. Eine schob A. grob beiseite, weil er vor ihrem Handtuch stand. (…) Ich überlegte ob ich ihr eine Szene machen sollte, entschied mich ruhig und bei A. zu bleiben.

Es wurde später und ich wusste, dass zu Hause J. mit dem Essen auf uns wartete. A. wollte die Dusche nicht verlassen, ich wollte langsam nach Hause. Nachdem ich ihn mehrmals bat, entschied ich, dass wir jetzt zur Umkleide gingen. Irgendwann kamen wir dort an, ich trug ihn. Er wollte wieder zurück und selber gehen.

Wir gingen sicher drei oder vier Mal hin und her. Bei einem Weg zurück zur Dusche beugte sich eine Frau zu ihm, fasste ihn an den Armen und sagte laut: „Hör auf, hör auf!” Ich ging zu ihr, sagte ihr, dass ich alles unter Kontrolle habe und entfernte sie von meinem Kind.

Eltern sind die Experten ihres Kindes

Habt ihr schon einmal eine ähnliche Situation erlebt? Ich war natürlich geschockt, dass sich andere verbal und gar physisch einmischen. Empfand es am Ende hilfreicher selber nicht großartig „zurückzuschlagen”. Ich wollte für A. da sein und war stolz auf mich, dass ich mich von den anderen nicht verunsichern ließ.

Es klappt nicht immer, die anderen auszublenden. Das ist nicht schlimm, das Leben ist kein Wettbewerb, jedoch ein konstantes Lernen. Ich bin froh bei der beschriebenen Situation im Schwimmbad ganz bei meinem Kind geblieben zu sein. Ich wusste zwar nicht genau, was sein Problem war, doch ich wusste das dieser Moment vorüber geht. Und das ging er, A. beruhigte sich bald und wollte auf meinen Schoß.

Ich bin die Mutter und weiß am besten was mein Kind braucht. Nicht die anderen, die Zuschauer. Denke daran, konzentriere dich so weit es geht auf dein Kind und dich. Sei die Ruhe im Sturm. So fühlt sich die Trotzphase bloß wie eine Phase von vielen an.

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2 Comments

  1. Ich muss sagen, dass ich die Frau schon als dreist bezeichnen würde. Ziemlich unverschämt. Ich hasse diese fiesen Blicke von den anderen Menschen, wenn mein Sohn mal wieder in der Öffentlichkeit tobt!
    LG
    Natalia

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