To-do- or Not-To-do-Liste

Gibt es Treffen der anonynem To-do-Listenneurotiker? Wenn ja, ich muss dorthin! Wer kommt mit?

Die allseits bekannte To-do-Liste, für mich ist sie Segen und Fluch zugleich. Dieser Satz klingt jetzt wohl dramatischer als er ist. Nicht, wenn es nach J. geht, er ist der Meinung ich sollte einen Gang runterfahren mit meiner Listenwirtschaft. Was ich im letzten Jahr definitv getan habe, zwangsweise.

Es begann mit einer Liste

Ich war schon immer eine geordnete Person und mag es einfach, wenn alles geplant seinen Weg gehen kann. Etwas zu vergessen ist für mich eine kleine Qual. Vor einigen Jahren, began ich abends eine Liste mit Dingen, die ich am nächsten Tag erledigen möchte zu schreiben. Ich dachte mir, wenn Ordnung, dann richtig. Das tat ich jeden Abend, nicht immer habe ich alles geschafft und diese Punkte auf die Liste für den nächsten Tag gesetzt.

Gerade für das Studium hat es mir geholfen, wenn eine (nervige) Uniaufgabe beendet war, stand etwas Schöneres an bzw. auf meiner Liste. Ein durchgestrichener Punkt = große Freude und große Motivation.

Teilweise waren die Listen wirklich sehr lang und ich habe Banalitäten drauf geschrieben, wie „Nägel lackieren” oder „Müll raus bringen”.
Oft hat es mich auch gestresst, wollte ich faul sein und habe ich nichts getan, habe ich schnell ein schlechtes Gewissen bekommen, Zeit verloren zu haben. Ich hätte genauso einen Punkt von meiner Liste erledigen können. Das hat J. immer wieder angemahnt, dass ich meine Aufgaben zu ernst nehme und nicht vom Plan abweichen kann.

Heilung

Im letzten Jahr bin ich von täglichen To-do-Listen zu, wenn überhaupt monatlichen Listen gewechselt. Und wie hat es geklappt? Mit dem kalten Entzug aka As Geburt. Mit Baby kann man viele Pläne und Listen machen, es läuft doch nicht, wie man es sich fein säuberlich aufschreibt. Das war eine große und wichtige Lektion für mich.

Den Listenblock (siehe oben) nutze ich nun für eine generelle Liste, ist alles abgehakt, kommt eine neue. Früher habe ich diese Listen doch tatsächlich für die Woche geschrieben, zusätzlich zu meinen täglichen.

Ordnung ist eben nur das halbe Leben

Gerade Einkaufslisten (ich gehe ganz „analog” mit Papier und Stift in den Supermarkt), Packlisten und Vor-der-Reise-To-do-Listen haben uns schon vor manch einem Chaos bewahrt. Auf der anderen Seite haben das strikte Folgen meines täglichen Aufgabenpensums uns einige gemeinsame Abende gekostet. (Sorry, J.!)

Es juckt mich weiterhin oft in den Fingern eine Liste für den Tag zu schreiben, schnell denke ich an das Gefühl, dass ich abends unzufrieden die unebührte Liste anschauen werde. Ich setze mir im Kopf zwei bis drei Dinge, die ich versuche zu erledigen und streiche sie imaginär ab. Das ist machbar und wenn nicht, ist morgen ein neuer Tag.

Einige Punkte, die ich aus meiner To-do Listen Erfahrung teilen möchte:

  • Die Aufgaben sollten in einem zeitlich angemessenen Rahmen schaffbar sein.
  • Keine elend langen Listen, das demotiviert nur.
  • Punkte nach Wichtigkeit ordnen, nicht alles muss sofort erledigt werden.
  • Es ist kein Weltuntergang, wenn die To-do Punkte für Januar erst im Februar abgehakt werden.
  • Die Punkte sollen eher eine Orientierung und Erinnerung an zu erledigenede Dinge darstellen, keine Vorschrift.

So, Blogpost beendet, dann kann dieser Punkt von meiner Liste gestrichen werden. Das Glücksgefühl einen erledigten Punkt zu streichen ist einfach unbezahlbar, dass ich dieses Laster so schnell nicht ganz aufgeben kann. 😉

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