[Müllvermeidung] 6 Dinge, die ich dank Zero-Waste gelernt habe

Müllvermeidung - Gelernt dank Zero Waste
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Im letzten Sommer begann ich mich mit dem Thema “Zero Waste” und Müllvermeidung auseinander zu setzen. Seitdem hat sich einiges getan und ich bin um viele Erfahrungen  und Wissen reicher. Sechs für mich besonders wichtige Erkenntnisse möchte ich heute teilen, die mir halfen den Start in ein müllärmeres Leben zu wagen.

Null Müll? Eher unmöglich…

Komplett keinen Müll zu verursachen, dass ist leider unmöglich für mich. In Finnland sind oft sogar Gurken in Plastik geschweißt. Natürlich gibt es Alternativen, wenn man nach ihnen sucht. Trotzdem erachte ich ein müllfreies Leben (im Moment) als nicht machbar. Für mich ist es eher ein Weg und ein konstanter Wandel, als eine Änderung von heute auf morgen.

Einige Veränderungen habe ich erfolgreich in unseren Alltag intregriert, wie der Gebrauch von Stofftaschentüchern und Waschen mit Kastanien.

Müllvermeidung - Gelernt dank Zero Waste
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Weniger Müll durch Stofftaschentücher – Erfahrungen und Tipps

Stofftaschentücher

Im Sommer habe ich begonnen mich intensiv für das Thema “Müllvermeidung” oder auch “Zero Waste” zu interessieren. Umweltschutz lag mir schon immer am Herzen und ich versuche meinen Beitrag zugeben. Möglichkeiten gibt es viele, der Umwelt eine Freude zu machen. Zum Beispiel Stofftaschentücher statt Wegwerftücher zu nutzen. Von meinem Wechsel, Erfahrungen und Tipps möchte ich euch berichten.

Die Müllberge wachsen täglich, besonders durch Plastik. Einen Schritt, den ich gegangen bin, um meinen persönlichen Müllberg zu reduzieren,  ist auf Stofftaschentücher umzusteigen. Nicht nur belastet das Plastik der Verpackung die Umwelt, besonders für die Herstellung wird viel Wasser und Holz verbraucht.

Stofftaschentücher klingen erstmal nach Oma, ekelig und unpraktisch? Vielleicht beim ersten, ungenauen Blick. Schaut mit mir mal genauer hin.

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Wegwerfen, verkaufen oder behalten?

Am Wochenende hat es mich gepackt, es kam das dringende Bedürfnis auf auszurangieren. Unsere kleine Abstellkammer quillt über, Tüten warten auf den Transport zum Sozialkaufhaus, anderes darauf zum Verkauf inseriert zu werden.
In dem Beitrag zu meinen Vorsätzen für dieses Jahr erzählte ich von unserem “Wegwerf-Wettstreit“. Ich habe mich damals von viel getrennt und es im Januar noch einmal für 10 Tage geschafft. Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich muss mich von mehr Dingen, die ich nicht brauche trennen.

Wegwerfen und sich von alten, lieb gewonnenen Sachen trennen ist nicht einfach und fiel mir besonders als Kind unheimlich schwer. Was habe ich nicht alles gesammelt, Urlaubserinnerungen (Cocktailsonnenschirmchen, Fahrkarten, Stadtpläne), alte Bravos stapelten sich, Kuscheltiere und Briefe. Irgendwann habe ich dazu den Spleen entwickelt, wenn ich mich von etwas getrennt habe oder musste (ein altes Schiffstau gefunden auf Sylt kann man wirklich entsorgen), dieser Sache einen Kuss vor dem Wegwerfen zu geben. Das habe ich mittlerweile überwunden, eigentlich. Ich davon J. erzählt und er fand die Marotte (zum Glück) ziemlich lustig, dass er diese Marotte aktiv belebte.

Kleidungsset bereit zum Verkauf
So geschehen gestern, ich putzte mir morgens die Zähne, er wechselte die Spielsachen und Bücher aus, kommt rein und zeigt mir eine rausgerissene Seite eines Liederbuches: “Kann das weg?” Ich bejahe, er geht und ein paar Sekunden später öffnet sich die Badezimmertür erneut, er reicht mir die Seite zum Abschiedskuss hin.

Wie gesagt, die Entscheidung wegwerfen, verkaufen oder doch lieber behalten fällt nicht immer selbstverständlich. Besonders gut hat sich für mich erwiesen abzuwarten. Habe ich eine Gegenstand ins Auge gefasst von dem die Zeit reif scheint sich zu trennen, überlege ich wann dies zum letzten Mal genutzt wurde. Oder ich setze mir einen Zeitrahmen, wird die Sache bis dahin nicht getragen oder genutzt, wird ausrangiert, kein weiterer Aufschub!

Hier ein Beispiel: Ich habe mir zu Weihnachten 2014 eine Tasche geschenkt, ich nutze sie eigentlich nie und wenn, nervt sie mich, weil sie von der Schulter rutscht. Dauernd überlegte ich, ob ich sie lieber verkaufe. Ich gab ihr einige Monate, doch die Tasche liegt nur herum. Plötzlich fiel mir ein, dass ich die Tasche zur Geburt mit im Krankenhaus hatte. Ich begann zu schwanken, es ist ja schon eine bedeutende Erinnerung die mich mit der Tasche verbindet. Im Endeffekt werde ich sie verkaufen, ich nutze sie nicht, basta, Erinnerungen hin oder her!

Es lohnt sich, wenn man regelmäßig ausrangiert diese Sachen zu verkaufen. Nur weil etwas ungenutzt ist, ist es nicht unnutzbar oder in einem schlechten Zustand, wie die genannte Tasche. Gerade Kinderkleidung wird ja schnell klein und wir haben gar nicht genug Stauraum, weshalb regelmäßig Platz gemacht werden muss. Ich habe gemerkt, dass es sich lohnt, kleine Klamottensets zu gestalten, so bekommt man schneller viel Kinderkleidung verkauft. (Beispielset siehe oben.) Besonders gute Erfolge habe ich mit Flohmarktgruppen bei Facebook gemacht. Da sind die Finnen sehr gut organisiert, ich weiß nicht wie das in Deutschland ausschaut. Ich habe dort eine Flohmarktgruppe für unser Stadtgebiet gefunden, die Käufer kommen vorbei oder man trifft sich, wenn es eh zum Supermarkt geht.

Manchmal ist es leider ermüdend, man gibt sich Mühe und niemand zeigt Interesse an der “Ware”, ob online inseriert oder auf dem Flohmarkt stehend. Auch, wenn ich mir teilweise mehr Geld erhofft hätte, mittlerweile gehe ich am Ende lieber mit weniger Geld und deutlich weniger “Altlasten” nach Hause, als mit wenig Geld und weiterhin viel ungenutzen Dingen, die nur unsere Abstellkammer belagern würden. Ansonsten, wenn alle Stricke reißen, es gibt es immer noch das Sozialkaufhaus, das sich über Spenden freut.

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Finnischer Freitag: landesweiter Aufräumtag

Es ist zwar nicht Freitag, doch dieser Beitrag passt besser zum heutigen Samstag. 🙂 Wie am Titel zu erkennen, heute war großer Aufräumtag (“Siivouspäivä“) in Finnland. Die Idee ist simple, heute konnte jeder einen eigenen Flohmarktstand aufmachen, mit landesweiter Platzwahl und ganz umsonst. Das ganze Land war also aufgerufen auszumisten und statt Altes wegzuschmeißen, es lieber zu verkaufen oder umsonst zu recyclen. Als ich davon hörte, erinnerte mich die Idee sofort an den Restauranttag, der erst letzte Woche wieder stattfand. 🙂 Die Finnen sind sowieso große Flohmarktfans, sowohl als Verkäufer wie Käufer und heute waren in ganz Helsinki viele Stände aufgebaut.

Da ich gerne regelmäßig auf Flohmärkten verkaufe und vor meinem studienbedingten Umzug unbedingt ausmisten muss, kam die Aufräumaktion mehr als gelegen. Ich habe mit einer Freundin zusammen einen Stand direkt im Zentrum Helsinkis Nahe des zentralen Busbahnhofs gehabt. Seinen “Laden” konnte man schon vorab online eintragen und bewerben, also angeben was man speziell so zu verkaufen hat.
Am Anfang lief es schleppend, aber nach der Mittagszeit kamen viele Menschen vorbei. Nachmittags bin ich um viele Klamotten leichter und einige Euros reicher nach Hause gegangen.

Besonders gefallen hat mir, dass es umsonst war einen Stand zu eröffnen. Sonst muss man auf einem Flohmarkt meist eine Standgebühr zahlen, die man auch erst wieder reinholen muss. Genauso der Gedanke, dass man den Standort frei wählen kann fand ich klasse und sich an den Orten anderer Stände orientieren konnte.
Gibt es bei euch etwas ähnliches? Verkauft ihr auch regelmäßig auf dem Flohmarkt?

P.S. Eine kleine Anekdote zu der goldenen Jacke ganz links auf dem Bild, unter der roten Jacke auf dem Stuhl. Ich habe sie im Winter einer Studienfreundin abgekauft, die zurück nach China gegangen ist. Eine Daunenjacke in gold, das wohl häßlichste Kleidungsstück, dass ich je besaß! 😀 Ich brauchte eine warme Jacke für die Arbeit und muss sagen, sie hat mich wirklich wunderbar gewärmt und ich habe sie mutig getragen. Ihr Minuspunkt war von Anfang an die Farbe und sie hat sich bei meinen Freunden und mir zu einem Running Gag entwickelt. Ein goldener Winter hat mir gereicht und ich war mehr als froh, dass sie heute eine neue Besitzerin fand, die sie hoffentlich mehr Wert schätzt!:D

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No plastic bag, thanks!

Anfang diesen Jahres habe ich auf dem Blog etwas zu meinen Vorsätzen für 2013 geschrieben und habe einen wichtigen Punkt vergessen. Dieses Jahr will ich ohne Plastiktüten auskommen! Dieser Post ist ein guter Anlass euch von meinem Vorhaben und den ersten 4 Monaten ohne Plastiktüten zu berichten.

Plastiktüten sind ein riesiger Umweltverschmutzer, die Herstellung ist nicht umweltfreundlich und zudem ist es schwer sie umweltschonend zu entsorgen. Beim Einkaufen bekommt man meist eine Plastiktüte dazu, doch zu Hause wandert diese oft sofort in den Müll. Nicht zu vergessen, dass Plastiktüten im Supermarkt auch etwas kosten!

Meiner Meinung nach eine sinnlose Verschwendung, die man mit wenig Mühe umgehen kann. Ich habe nun seit Beginn des Jahres immer eine Stofftasche für alle Fälle dabei, falls ich mal etwas spontan einkaufen möchte. Gehe ich geplant einkaufen nehme ich eben einen etwas größeren Vorrat an Beuteln mit. Ich habe genug Stofftaschen, die unbenutzt zu Hause rumlagen, die nur darauf warteten benutzt zu werden. Wie den pinken Beutel der verpackt auf den ersten Blick wie ein Törtchen (Bild 1) aussieht. 🙂


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