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Weniger Müll durch Stofftaschentücher – Erfahrungen und Tipps

Stofftaschentücher

Im Sommer habe ich begonnen mich intensiv für das Thema “Müllvermeidung” oder auch “Zero Waste” zu interessieren. Umweltschutz lag mir schon immer am Herzen und ich versuche meinen Beitrag zugeben. Möglichkeiten gibt es viele, der Umwelt eine Freude zu machen. Zum Beispiel Stofftaschentücher statt Wegwerftücher zu nutzen. Von meinem Wechsel, Erfahrungen und Tipps möchte ich euch berichten.

Die Müllberge wachsen täglich, besonders durch Plastik. Einen Schritt, den ich gegangen bin, um meinen persönlichen Müllberg zu reduzieren,  ist auf Stofftaschentücher umzusteigen. Nicht nur belastet das Plastik der Verpackung die Umwelt, besonders für die Herstellung wird viel Wasser und Holz verbraucht.

Stofftaschentücher klingen erstmal nach Oma, ekelig und unpraktisch? Vielleicht beim ersten, ungenauen Blick. Schaut mit mir mal genauer hin.


Stofftaschentücher

Vor Jahren hatte ich überlegt, dass Stofftaschentücher die bessere und ökologischere Alternative zur Papierversion wären. Meine Bemühungen waren wenig motiviert, genau zwei Stofftaschentücher konnte ich zu Hause finden.

Natürlich reichen zwei Taschentücher nicht aus, auf die Idee meine klägliche Sammlung zu erweitern kam ich nicht mal. Denn, “man muss die halt auch immer waschen” demotivierte mich weiter und aus Faulheit wurden meine Gedanken umzusteigen schnell verworfen.

Von Papier zu Stoff – so klappt der Wechsel

Dieses Mal sollte mir der Umstieg gelingen, mit diesen Tipps klappt der Wechsel auch bei euch ganz wunderbar. Versucht es einfach aus und findet euren Weg, vielleicht auch mit Stoff- und Papiertüchern im Wechsel. 

Vorrat anlegen:

  • Internet nach Stofftaschentüchern durchforsten (Flohmarktplattformen!)
  • Oma und Co fragen
  • In Second-Handläden gucken
  • Mit gut 25 Tüchern habt ihr eine gute Grundausstattung

Langsam in die Praxis einsteigen:

  • Vorhandene Papiertaschentücher aufbrauchen, keinen Nachschub kaufen
  • Stofftaschentücher an einen festen Ort in der Wohnung platzieren
  • Taschen und Rucksäcke mit Taschentüchern ausstatten
  • Stofftaschentücher mit in die 60 Grad (und 90 Grad) Wäsche werfen

Nobody is perfect, manchmal greift man automatisch zum Klopapier statt Stofftaschentücher oder hat keins bei der Hand und muss sich ein Papiertaschentuch leihen. Davon geht die Welt nicht unter!

Gerade für Unterwegs ist eine herkömmliche Packung mit Papiertaschentüchern praktisch, schnell eingepackt und Platz nimmt sie auch kaum weg. Genauso praktisch kann man das mit Stofftaschentüchern haben.

Ich bin mir sicher, dass bei euch zu Hause mindestens ein kleines Täschen, Geldbörse o.ä. ungenutzt auf seinen Einsatz wartet. Bestückt dieses mit Stofftaschentüchern und ab in die Tasche.

Ich habe mir noch ein kleines Täschchen gehäkelt und habe ein Säckchen für die benutzten Taschentücher dabei. (Siehe oben.)

Die genutzten Taschentücher muss man wieder nach Hause nehmen, eventuell trägt man seine “Rotzfahnen” ein wenig durch die Welt. Ja, das mag umständlich erscheinen, doch es gehört eben dazu, wenn man weniger auf Wegwerfprodukte setzen mag. Genauso wie ich meine leere Trinkflasche wieder mitnehme, tue ich es bei den Taschentüchern.

Stofftaschentücher

Und wie läuft es so?

Den Punkt des Waschens empfinde ich gar nicht als Problem. Was mich zu Beginn beunruhigt und ich nicht sicher war, ob mich das Waschen nerven wird.

Wir waschen einmal die Woche je 60 Grad und 90 Grad, da werden die Stofftaschentücher einfach dazu geworfen. Sie nehmen kaum Platz in der Maschine ein und es sind regelmäßig genug saubere Tücher vorhanden. 

Auch wenn es lustig klingen mag, die bunten Stofftaschentücher (und wie zu erkennen es gibt wirklich modische Versionen) machen das Leben und vor allem das Naseputzen zu einer viel netteren Angelegenheit. Die Frage: “Welches Taschentuch führe ich denn heute aus?” kann sich nicht jeder stellen.

Ich bin mir sicher, hätte ich mehr Zeit, ich würde meine Sammlung bügeln. Einige Lieblinge habe ich natürlich,  zum Beispiel das rote Tuch mit den weißen Punkten.

Fazit

Wie ich sagte, niemand ist perfekt und es ist kein Wettbewerb. Auch ich habe öfters, weil es Routine war oder schneller ging Toilettenpapier zum Naseputzen genommen.

Als besonders hilfreich empfinde ich es, dass meine Taschentuchkollektion an einem festen Platz ist. Sucherei würde mich wohl öfters zur Papierversion (bzw. Klorolle) greifen lassen.

Der Ernstfall – Schnupfen

Im Herbst hatten wir eine Woche in der sowohl klein A. als auch ich Schnupfen hatten. Ich besitze mittlerweile ca. 25 Stofftaschentücher mit denen wir gut über die Runden kamen. Ich habe jedoch einmal zwischendurch gewaschen.

Natürlich muss man Stofftaschentücher genauso oft wechseln wie die Papiertücher, damit sich keine Keimschleudern entwickeln.

Manch einer würde vermuten, dass die Stofftaschentücher härter sind an der Nase. Ich empfinde da keinen Unterschied.

Individuelle Entscheidung

Sicherlich ist es eine individuelle Entscheidung ob man zur Stoffvariante greift. J. zum Beispiel ist nicht begeistert und nutzt weiterhin Papiertaschentücher, das ist sein Ding und somit seine Aufgabe für genug eigenen Vorrat zu sorgen. 😉

Gerade in der Zeit, als ich Schnupfen hatte, war A. selber oft am schnaupen, meist ohne Grund. Hätte ich ihm jedes Mal ein Papiertuch gegeben, wäre es ein immenser Verbrauch gewesen.

Ist es nun besser für die Umwelt?

Wie so oft bei wiederverwendbaren Alternativen sind die einmaligen Anschaffungskosten höher genau wie die Herstellungskosten, sowie dessen Energieverbrauch mag auf den ersten Blick höher erscheinen.

Geht man aber von dem Punkt aus, dass man eine Anschaffung macht und damit viele Jahre auskommt, ist es definitiv energieeffizienter. Ich wasche zum Beispiel nicht mehr Wäsche. Die kleinen Tücher finden einfach ihren Platz in einer Ladung Wäsche, die so oder so gewaschen werden muss.

Unterwegs finde ich es nicht besonders umständlich. Als Pluspunkt hat sich gezeigt, dass, man die Stofftaschentücher wunderbar für alles mögliche nutzen kann. Gerade mit Kind ist ein Tuch zum Aufwischen, Hände trocknen etc. geldwerten.

Auf dem Blog “Minimal Waste” ist Sarah sehr deutlich der Frage nachgegangen ob die Stoffalternative wirklich besser ist. Ihr Artikel “Sind Alternativen aus Stoff ökologisch sinnvoll?” kann ich wärmstens empfehlen. Sie erläutert genaustens, dass man am Ende und bei längerem Gebrauch mit Textilalternativen grüner lebt.

Zum Schluss stellt sich die Frage, schnäuzt du schon Textil oder noch Papier? 😉

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