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Wir sind jetzt 4 – so waren die ersten Wochen

Mittlerweile sechs Wochen sind wir zu viert. An einem Mittwochabend im November kam L. auf die Welt. (Mehr dazu in einem separaten Bericht.) Von unserer ersten Zeit mit zwei Kindern möchte ich heute berichten.

Eins habe ich in den vier Jahren als Mutter gelernt, das Leben mit Kind(ern) ist wenig planbar. Obwohl ich Pläne doch so sehr liebe! Deshalb habe ich mich vor der Geburt nicht verrückt gemacht, wie es mit zwei Kindern sein soll/könnte/wird. Weder wussten wir was L. für ein Baby sein würde, noch A´s Reaktion auf den Familienzuwachs.

Was wir allerdings planen konnten, dass A. weiterhin den Kindergarten besucht. Für die ersten zwei Wochen nahm J. einen Teil des „Vaterurlaubs”, der ihm nach der Geburt zustand. Im Nachhinein definitiv zwei Punkte, die unseren Start zu viert erleichterten.

Das erste Kennenlernen

Ich war gespannt, wie A. seine Schwester empfangen würde. In der Schwangerschaft sprachen wir natürlich mit ihm darüber, lasen Bücher und besuchten einen Geschwisterkurs. Glücklicherweise war er positiv aufgeregt und neugierig zu sein. Würde dies anhalten?

Am Nachmittag, als L. gerade einige Stunden alt war, kam der große Bruder vom Übernachtungsbesuch bei seiner Oma zurück. Nun war ich nervös auf das erste Zusammentreffen der frischgebackenen Geschwister. Oft las ich in Erfahrungsberichten anderer Blogs, dass das große Kind plötzlich viel größer erscheint, ist ein Baby in die Familie geboren. Ich erwartete also, dass ein Riese um die Ecke kommt. Ich hörte A. gleich fröhlich nach dem Baby fragen und rief ihn herbei. Er kam neugierig auf mich und L. zugerannt und wirkte auf mich nicht größer als zuvor. (Was mich irgendwie beruhigte.)

Doch in den Tagen und Wochen nach der Geburt wurde mir bewusst, dass ich schon ein so großes Kind habe, weniger auf die Körpergröße bezogen. Auf eine Weise schien A. mental gewachsen. Was mich sehr stolz macht.

Vom ersten Kennenlernen an muss A. eher gebremst werden, L. nicht zu sehr zu belagern. Immer wieder möchte er sie küssen, anfassen, umarmen. Diese Zuneigung freut uns natürlich, doch in Momenten, wo sie schläft oder schreit und er sich in einer Umarmung regelrecht auf sie wirft, empfinde ich es als anstrengend. Ich weiß zwar und eine Freundin bestätigte es aus ihrer Erfahrung mit zwei Kindern, Babys sind nicht aus Zucker. Mir ist aber wichtig, dass A. (seinem Alter angemessen) einen respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen erlernt und ein wenig Vorsicht übt.

Die ersten zwei Wochen war J. also zu Hause, was unsere neue Familienkonstellation deutlich vereinfachte. Er hat A. zum Kindergarten gebracht und abgeholt. Als sein Urlaub endete und ich das erste Mal beide Kinder alleine fertig machen um A. zum Kindergarten zu bringen, machte mich das sehr nervös. Doch es klappt immer besser, auch weil das Baby wächst und wir alle mehr in unsere neue Rollen hereinkommen.

Anders als nach der ersten Geburt, fühlte ich mich schnell fitter und war körperlich kaum „angeschlagen”. Trotzdem tat es gut, die ersten drei Wochen das Haus nur, wenn nötig zu verlassen. Es war definitiv trubeliger als im ersten Wochenbett, aber gerade die Vormittage an denen A. im Kindergarten war gaben uns Eltern Zeit zur Entspannung und dem Ankommen mit neuem Baby.

Eifersucht und Aufmerksamkeit

Ich erwähnte die besonders körperlich gezeigte Zuneigung des großen Bruders gegenüber seiner Schwester. Das sind wirklich schöne Momente, natürlich ist es auch nicht nur rosig. Es gibt zum Beispiel diese schweren Momente, wenn ich mich entscheiden muss welches schreiende Kind ich zuerst tröste. Diese Situationen werden wohl noch oft kommen. Hinzu kommt, dass A. sich seit dem Frühjahr in einer intensiven Phase von „so sind dreijährige Kinder eben” befindet.

Trotzdem liefen die ersten Wochen wirklich gut und ich hoffe das bleibt so!
Ich bin froh, dass ich mir kaum Gedanken gemacht habe, wie der Alltag mit zwei Kindern werden könnte. Ich wusste, dass es irgendwie geht, „one day at a time”, dieses Mantra hilft mir ungemein. Und dazu, dass wir jetzt zwar zwei Kinder haben, aber diese eben zwei Eltern dazu. Und der Standard Eltern-Mutmacher, dass es alles nur eine Phase hilft halt auch immer.

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  1. Liebe Lara, ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und habe einige Fragen zu Finnland. Mein Freund hat ab dem 1. Mai einen neuen Job in Finnland (für 1,5 Jahre). Wir planen Nachwuchs und leider kann mir in Deutschland keiner sagen ob ich meine Elternzeit in Finnland verbringen kann und dann weiterhin Elterngeld aus Deutschland erhalte. Kennst du zufällig eine Adresse in Finnland die mir diesbezüglich Informationen zusenden kann oder warst du vielleicht selber in deiner Elternzeit in Finnland und hast von Deutschland Elterngeld erhalten?

    Laut der Eltergeldkasse steht einem In Deutschlands nämlich nur das Elterngeld zu, wenn man im Ausland ist und weiterhin eine Wohnung in Deutschland behält. Mein Freund und ich können uns allerdings keine zwei Wohnung (eine in Finnland und eine in Deutschland) leisten. Hast du zufällig eine E-Mail-Adresse von einer finnischen Elterngeldstelle, an die ich mich wenden kann? Denn mein Freund würde den Job in Finnland nur annehmen wenn wir zusammen gehen würden. Dafür benötigen wir allerdings wie schon erwähnt das Elterngeld sonst können wir uns das ganze nicht leisten.

    Liebe Grüße
    Katharina

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