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Schwanger in Finnland Teil 5 – die Geburtsvorbereitung

Ein Thema zur “Schwangerschaft in Finnland” ist mir noch eingefallen. Dieses Thema ist wieder etwas anders organsiert als in Deutschland: die Geburtsvorbereitung.

Es werden private Kurse angeboten, vorzüglich von Yogaschulen, doch diese kosten einiges. Natürlich hängt es davon ab wo man wohnt, im Hauptstadtgebiet ist das Angebote deutlich größer als in ländlichen Gebieten.
Ich hatte überlegt einen Hypnobirth Wochenendkurs mit meinem Freund zu besuchen, besonders begeistert war er nicht. Ich habe mehr zu dem Thema gelesen und viele Frauen haben wohl durch die Kurse ein festgefahrenes Bild oder gar einen Plan im Kopf wie die Geburt aussehen soll. Da ich schon eine (neurotische) Planerin bin entschloss ich mich dies nicht noch zu füttern und einfach offen in verschiedene Richtungen blickend auf die Geburt zu zugehen.

verglichen mit meinem Jetzt-Zustand ich mit Mini-Bauch im August

Yoga – Abend für Schwangere

Ich habe alleine zwei Yoga- Abende für Schwangere besucht, die waren sehr entspannend und vor allem gab es dort gute Tipps für Übungen die während der Geburt entspannend und schmerzlindernd sein können.

Und ich war mittlerweile zwei Mal bei einer ganz tollen privaten Hebamme in Helsinki zur geburtsvorbereitenden Akupunktur. Ich hoffe den Termin nächste Woche muss ich aufgrund der bevorstehenden Geburt absagen…

Kurse von der Kommune organisiert

Von der Stadt in der wir wohnen organsiert gibt es sogenannte Familienvorbereitungskurse, für die uns unsere Neuvola Gesundheitsschwester eingetragen hat.
Die Kurse sind zumindest bei uns in Espoo für verschiedene Stadtteile und wohl immer anders aufgebaut. Eine Freundin hatte uns
nämlich “vorgewarnt”, dass uns Gruppenarbeit bevorsteht.

Glücklicherweise kamen wir drum herum, für unser Wohngebiet waren es zwei Abende mit Power Point Vorträgen und Videos und wenig Beteiligung. Die Finnen sind eben schüchtern. 😉
Dazu kann man sich im Krankenhaus zu einer Besichtigung und Info anmelden. Für uns kämen 3 Krankenhäuser in Frage, doch wir haben uns gleich für eins entschieden, weil es das Nächste ist. Da in Finnland in allen Krankenhäusern der gleiche Service angeboten wird, sind die Unterschiede nur minimal. Speziell anmelden muss man sich nicht zur Geburt, wenn es los geht ruft man an und folgt auf deren Instruktionen.

Von Freundinnen aus Jyväskylä weiß ich, dass es dort nur eine Besichtigung im Krankenhaus mit kurzem Vortrag gibt. Allerdings ist zu ergänzend, dass die Freundinnen alle die englische Info besucht haben. Ich weiß nicht ob es in Finnisch dort vielleicht extra Infoabende gibt…

Wir beim Familienvorbereitungskurs

Der erste Abend unseres “Familienvorbereitungskurses” war zu den Themen Geburt und Schmerztherapie während der Geburt. Außerdem war eine “Mundhygienistin” da, die uns über die Zahnpflege der Eltern und für das Baby informierte. Der erste Zahnarztbesuch, bzw. ein erstes Herantasten findet mit 10-12 Monaten statt. Das finde ich sehr gut, das hilft bestimmt Angst vorm Zahnarzt gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Wir wurden informiert wie und wann wir das Krankenhaus anrufen sollen, sollte sich das Baby auf den Weg machen. Und wie eine Geburt ablaufen kann. Zum Schluss sahen wir ein Video das eine Frau bei der Geburt begleitete und da die Finnen ja sehr still sind kam es nicht wirklich zu Gesprächen und der Abend endete schnell.

Am zweiten Abend ging es um Babypflege und Stillen, wieder mit Power Point Präsentation und am Ende einem Video zum Thema Stillen mit ziemlich schlechten Amateurschauspielern. 😀

Zu Beginn des Abends wurden die Männer von einem ehrenamtlichen “Vaterarbeiter” in eine eigene Runde eingeladen. Die haben sich wohl über den Verlauf der Schwangerschaft und Gefühle des Vaterseins bzw. Werden ausgetauscht. Natürlich wurde auch dies eine ruhige Angelegenheit, wie mir mein Freund später berichtete. Die Vorurteile der stillen finnischen Männer wurde wieder mal bestätigt. 😉

Meine Erfahrungen

Generell fand ich die Kurse ok, es wurde einiges Interessantes gesagt, doch das meiste haben wir schon selber in diversen Büchern gelesen. Ein etwas aktiverer Kurs mit z.Bsp. Übungen zur Schmerzlinderung statt der Info über Medikamente hätte ich besser gefunden.
Aber ich finde es gut, dass die Abende angeboten werden und umsonst sind. Ich weiß nicht viel über Geburtsvorbereiungskurse in Deutschland, z.Bsp. ob die etwas kosten?!
Durch die angebotenen Kurse sind alle auf dem gleichen Stand. Nicht zu vergerssen ist, dass nun mal werdende Eltern gibt, die sich wenig Gedanken machen und wenig informieren. Durch diese Kurse können diese aufgefangen werden.

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2 Comments

  1. Das ist gut, dass die kurse gratis sind. Bei uns in AT zahlt man jede menge dafür. Ich hatte keine kurse besucht und habe die geburt ohne probleme und schmerzmittel überstanden. Das atmen kommt automatisch und schmerzlinderung wie massage war eher nervig während den wehen. Mach dir keine panik. Es ist alles instinkt 🙂 du machst das schon.

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.