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Meine Erinnerungen ans Wochenbett und Tipps für eine magische Zeit

Mein Wochenbett ist zwar über zwei Jahre her, doch an diese schöne Zeit erinnere ich mich gerne. Ich finde es wichtig, über die Bedeutsamkeit der ersten Zeit nach der Geburt, als (neue) Familie zu sprechen. Die Blogparade von Mother Birth „das Wochenbett – über Erwartungen und Bedürfnisse” ist ein toller Anlass Erfahrungen und Gedanken auszutauschen. Am Ende habe ich noch meine Tipps für das Wochenbett aufgeschrieben.

Wochenbett - Blogparade

Frage ich J. wie er die ersten Wochen zu dritt empfand kommt noch immer die Antwort: „Magisch.” Ja, diese Zeit war besonders. Ich habe zum Glück zu großen Teilen gute Erinnerungen, trotz schwerer Momente. Doch diese gehören dazu, wie immer im Leben. Es war eine Zeit der Ruhe, des Kennenlernens und des Erholens nach der Geburt. Ich kann mich nicht genau an einzelne Tage erinnern. Sie waren alle ähnlich, da auf den ersten Blick nicht viel passierte. Doch gerade dies war bedeutsam für mich.

Wir hatten das Glück, dass J. ab dem Tag der Geburt Vaterurlaub bekam. Er nahm zwei Wochen, der neun Wochen die jeder Vater in Finnland bekommt. (Diese neun Wochen kann man sich aufteilen, maximal drei Wochen am Stück dürfen es sein. Für Zwillinge gibt es extra Tage.) Ich fand es schon vor der Geburt erleichternd zu wissen, dass J. sofort und problemlos ab der Geburt dabei sein wird.

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Andere Länder, andere Sitten

Natürlich ist einiges in Finnland anders als in Deutschland. Nirgends ist es perfekt, ich kenne viele die sich über das finnische System beschweren. Auch mir gefällt nicht alles, doch ich finde es schade nur Mängel zu sehen und so Gutes aus dem Blick zu verlieren. Zudem kannte ich alles rund um Geburt und Wochenbett nur aus Erzählungen anderer und wollte deshalb nicht vergleichen.

Die Betreuung in der Schwangerschaft und danach für das Baby (bis zum Schulalter) ist durch die „Neuvola” (was übersetzt „ratgebender Ort” bedeutet) abgedeckt. In diesem Gesundheitszentrum speziell für Schwangerschaft und Kinder arbeiten die GesundheitspflegerInnen.

Gewöhnlich ist das erste Treffen der Neuvolatäti („Neuvola – Tante”) nach der Geburt ein Hausbesuch. Schon aus dem Krankenhaus vereinbarte ich diesen Besuch. Sie kam an A.´s achtem Lebenstag zu uns. Sie maß und wog A. und gab einige Tipps. Wir vereinbarten den nächsten Termin, in der Neuvola. Es war gut Fragen stellen zu können, die sich in der ersten Zeit anhäuften, ohne das wir das Haus verlassen mussten.

Dieser Besuch dient auch um „nach dem Rechten zu schauen”. Brauchen die Eltern Hilfe, geht es dem Kind gut, ist die Wohnsituation ok?

Da A. nur sehr langsam zunahm buchte ich eine Stillberatung. Sie kam vor der Neuvola. Ich kannte eine Hebamme , die mich am Ende der Schwangerschaft zusätzlich (auf meine Kosten) begleitete. Das Stillen klappte zwar gut, ohne sichtbare oder spürbare Probleme. (Meine Stillgeschichte habe ich hier genauer beschrieben.) Trotzdem nahm A. nur wenig zu, dies war der einzige Schatten über mein Wochenbett. Ich versuchte mich nicht zu stressen und wir verbrachten die Tage mit Stillen, Kuscheln, Ausruhen und er bekam eben Fläschchen dazu.

Sonst kümmerte ich mich um nichts. J. machte Essen, wir aßen entweder im Bett oder am Sofa. Es war eine große Hilfe, dass ich mich um nichts kümmern musste.

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Besuch…?!!?

Ein großes Thema ist ja, der Besuch. Wir hatten zwei Besuche in den ersten zwei Wochen. Besonders der erste, am zweiten Tag nach der Heimkehr aus dem Krankenhaus war definitiv zu früh. Im Nachhinein empfand ich es als anstrengend. Wir bekamen einen zweiten Besuch, wie der erste, blieben sie maximal eineinhalb Stunden. An beiden Abenden war A. überreizt und reagierte sich durch Weinen ab.

Auf eine Weise ist es ein simples Thema: Man will keinen Besuch und Punkt. So war mein Wunsch. Doch, wie so oft, der soziale Druck „macht man halt” kommt hinzu. Ich war froh, dass es im Krankenhaus nur für eine Stunde erlaubt war Besuch zu empfangen. Dort kamen schon die Großeltern und wir nahmen uns Druck sie zu Hause einladen zu „müssen”.

Acht Wochen Wochenbett

Man sagt ja, das Wochenbett dauert acht Wochen. Bei mir waren es wohl zwei Wochen richtig strenges Wochenbett. (Und hier ist streng definitiv posititiv gemeint!) Nach dem Frühstück wechselten wir vom Bett zum Sofa, mehr Action passierte nicht. Die ersten zwei Tage waren A. und ich nur im Bett, doch ich merkte, wie mir ein Raumwechsel tagsüber half.

Erst nach zwei Wochen gingen wir mit A. raus, zum nächsten Termin bei der Neuvola. Davor war ich einmal den Müll rausbringen und um die Ecke einen Schneeanzug kaufen. Uns wurde sowohl im Krankenhaus, als von der Neuvola empfohlen mit dem Baby die ersten zwei Wochen drinnen zu bleiben. (Eine Empfehlung für Winterbabys.)

Als J. begann wieder zu arbeiten waren unsere Tage weiterhin entspannt. Wir gingen nur kurz raus, ein kleiner Einkauf oder ein kurzer Spaziergang. Sonst waren A. und ich auf dem Sofa. Als er vier Wochen alt war, bekamen wir Besuch aus Deutschland und unser Alltag rollte langsam an.

Eine wichtige Zeit

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit meinem Wochenbett war. Es war so wie ich es mir gewünscht habe. Es war eine schöne Zeit an die ich gerne denke. Ich habe merklich die Ruhe der ersten Wochen gebraucht, gerade auch körperlich musste ich wieder zu Kräften kommen. Es war für uns alle sehr wichtig viel intensive Zeit zu dritt verbringen zu können, sich als Familie zu finden.

Manchmal habe ich das Gefühl junge Mütter denken, sie müssen schnell wieder dabei sein, sie müssen sofort wieder fit sein, sie müssen gerade als Mutter besonders schnell funktionieren. Sie denken, sie brauchen keine Zei, keine Ruhe nach der Geburt. Doch was junge Mütter müssen ist sich ausruhen und von ihrem Umfeld die mögliche Unterstützung bekommen um sich ausruhen zu können.

Meine Tipps für eine entspannte Zeit im Wochenbett

Jede Frau soll individuell ihr Wochenbett so verbringen können, wie es für sie und ihre Familie gut ist. Ich wünsche jeder Mutter, dass sie Unterstützung ihres Partners, der Verwandten hat, wie ich es erfuhr.

Ich habe ein paar Tipps aufgeschrieben, von Dingen, die mir sehr halfen. Was sind deine Tipps? Was fehtl auf der Liste?

  • Ein paar Wochen vor der Geburt haben wir einen Großeinkauf gemacht. So hatten wir nach dem Krankenhaus Vorräte auf uns wartend.
  • Ich habe vor der Geburt vorgekocht. So hatte ich in der Zeit, als J. wieder arbeitete Essen und musste selten kochen.
  • Ich bekam als Geschenk Tiefkühlsuppen. Das waren definitiv tolle Geschenke.
  • Gleich am zweiten Tag nach unserer Ankunft aus dem Krankenhaus kaufte J. ein Tablett. So isst es sich einfacher im Bett, DAS Wochenbett – Accessoire. 😉
  • Lege dich hin! Sitz nur, wenn du es möchtest und kannst, egal ob Besuch da ist oder nicht.
  • Du entscheidest ob Besuch kommen soll und du entscheidest wie lange dieser bleibt.
  • Ich war dankbar, dass finnische Badezimmer standardmäßig eine „Popodusche” haben. 😉
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3 Comments

  1. Ich hab zwar (noch) keine Kinder, aber viele meiner Freundinnen, und hier in den USA ist ja (meistensl nur 8 Wochen maternity leave. Und auch erst, wenn das Baby da ist. Also alle meine Freundinnen sind bis zum Tag der Geburt arbeiten gegangen. Wochenbett ist sowieso ein fremdwort, ich sehe Familien, die 3 Tage nach dee Geburt schon mega remmi demmi haben. Ich denke zwar, jeder macht es wie er/sie will, aber ich höre auch viele Mamas sich ebschweren, dass ihr Baby so viel schreit- naja, kein Wunder, wenn es 1 Woche nach der Geburt schon 10 Std im auto sitzt und von einer Familienfeier zur nächsten geschleppt wird. Ich fände es schön, wenn sich mehr Familien die Zeit nehmen, die ihr euch genommen habt, es ist ja doch so eine wichtige!

    1. Liebe Lisa,
      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Erzählungen aus Amerika. Es ist wirklich unglaublich, dass die USA, die man sonst als so weit entwickelt empfindet keinen richtigen Mutterschutz kennt. Deine Erzählungen unterstreichen dies noch einmal. :/
      Ich hoffe, sollest du mal ein Kind bekommen, hast die Möglichkeit dir Zeit nehmen zu können für dich, dein Baby und deine Familie. 🙂

      Liebe Grüße,
      Lara

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