4 Tipps für ein kinderfreundliches Sightseeing in Hannover

Vor einigen Wochen waren wir zu unserem Sommerbesuch in Hannover. Dieses Mal kam J`s Mutter für einige Tage dazu und wir zeigten ihr die Stadt. Ich war definitiv unsere Stadtführerin, die vielen Besuche mit J. haben mich gut als Touristenguide geschult. 😉 Jedenfalls haben wir eine Menge typischer “Touri – Dinge” gemacht.

In drei Tage konnten wir natürlich nicht allzu viel Programm stecken, wir wollten uns und besonders A. nicht stressen. Wir beschränkten uns auf die “Must-haves”. Diese waren sehr kinderfreundlich, vielleicht habt ihr ja jetzt etwas Lust auf Hannover bekommen.

So entstand ein (klein)kindertaugliches Programm, das sicher größeren oder gar noch kleineren Kindern genauso Spass machen würde. A. sitzt, verständlicherweise nicht gerne den ganzen Tag im Kinderwagen, weshalb unsere Touren ihm viele Möglichkeiten geben sollten selber zu gehen und in Bewegung sein zu können.

Wir haben die genannten Punkte auf drei Tage verteilt unternommen, die harten Erkunder schaffen es vielleicht in 2 Tagen oder man kommt einfach wieder nach Hannover. Gründe dafür könnte ich genug nennen… 🙂

Viele Menschen haben von Hannover ein komplett falsches Bild und meinen, die Stadt sei häßlich und langweilig. Kommen sie zu Besuch und geben der Stadt eine Chance, ändert sich diese Einstellung ziemlich schnell. Deshalb, wer Hannover noch nicht besucht hat, sollte dies schleunigst tun, mit oder ohne Kind.

Schon mal in Hannover gewesen? Wenn nicht, wird hoffentlich jetzt deine Neugierde geweckt!

Tipp 1: Der rote Faden

Der “Rote Faden” führt 4,2 km durch die Innenstadt vorbei an allen wichtigen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten. Diesen Stadtrundgang kann man an beliebigen Orten beginnen oder ihn verkürzen. Es ist ein Stadtrundgang auf eigene Faust, den man wann immer machen und auf sein eigenes Tempo abstimmen kann. Welche Stadt kann so etwas Cooles schon bieten?

Wir sind nicht den ganzen Faden entlang, wir starteten in der Altstadt und sind von dort zum neuen Rathaus gegangen. Los geht die Strecke, wenn man der Reihenfolge der 36 Punkte nachgeht an der Touristeninformation. In einem Begleitheft gibt es mehr Infos. Der Endpunkt ist der Bahnhofsvorplatz unter dem Schwanz. Vor dem Hauptbahnhof steht die Reiter Statue von König Ernst-August, “unterm Schwanz” des Pferdes ist ein beliebter Treffpunkt in Hannover.

Ich habe vor Jahren, zu J´s erstem Besuch in Hannover das Begleitheft für den Rundgang in Englisch gekauft, hier gibt es mehr Infos zur Tour.

Tipp 2: Sprengel Museum

Ich muss gestehen, dass ich eigentlich nicht viel mit moderner Kunst anfangen kann, deshalb stand das “Sprengel Museum” nie auf meiner Top-Liste in Hannover. Vor einigen Jahren war ich mal mit einer Freundin, die Hannover besuchte an einem Freitag dort. (Freitags ist der Eintritt frei!) Ich bin eher schnell durch die Ausstellung gegangen, es klingt typisch Kunstbanause, doch oft dachte ich bloß: “Das hätte ich besser malen können.”

Mit J´s Mutter waren wir wieder dort, besonders weil es einen neuen Anbau gibt. Dieser ist eigentlich ein schwarzer Kasten, den man entweder liebt oder hasst.

Unser Besuch mit A. hat wunderbar geklappt, es gibt einen Buggy zum Leihen und als er nicht mehr darin sitzen wollte ist er eben gelaufen. Natürlich muss man mehr auf`s Kind als auf die Kunst achten. Als er die Lust komplett zu verlieren schien haben wir uns aufgeteilt, ich bin erst mit ihm in eine Art Spielecke (s. Foto) gegangen wo er sich austoben konnte. Ich wurde von J. und Mutter abgelöst und habe mir den neuen Teil angeschaut.

Dieser hat mich (Kunstbanause) wirklich beeindruckt, wohl besonders, weil ich (endlich) einige der Künster beim Namen kannte. Picasso und Munch kenne sogar ich, es waren noch einige andere dabei, aber die habe ich vergessen. 😉 Jedenfalls hat mir die Gestaltung gefallen, anders als es von außen erscheint, die Räume sind sehr hell und geben der Kunst genug Platz.

Tipp 3: Herrenhäuser Gärten

Ein absolutes Highlight, die königlichen Gärten, einer der bedeutendsten Barockgärten in Europa wohlgemerkt. A. konnte dort nach Herzenslust umherlaufen. Es gibt viele kleine Themengärten und eine große (70 Meter hohe) Fontäne, die das Zentrum der Gärten bildet.

Das alte Schloss am Eingang wurde erst kürzlich neu aufgebaut (Merkel und Obama trafen sich dort). Seit der Eröffnung des Neubaus kostet der Besuch in die Gärten Eintritt. Ich habe aber das Gefühl, dass sich deutlich in der Qualität und Gestaltung der Gärten widerschlug.

Im Eintritt inbegriffen ist die Besichtigung des Berggartens und der Grotte gestaltet von Niki du Saint Phalle. (Viele Werke der für Hannover bedeutenden Künstlerin befinden sich auch im Sprengelmuseum, eine interessante Künstlerin.) In der Grotte darf man nichts anfassen. Das ist für kleine Kinder natürlich schwer, besonders bei den vielen bunten Figuren und glitzernden Mosaiken. A. schien es nicht zu stören stattdessen draußen eine weitere Runde zu drehen. 🙂

 

Tipp 4: Fahrt mit dem Maschseeboot

Eine Schifffahrt ist bekanntlich immer lustig und macht nicht nur kleinen Kindern Spaß. Mit dem “Maschseedampfer” geht es rund um den See, der in Mitten der Stadt liegt. Das fand ich selber als Kind schon immer aufregend und A. war ganz begeistert von der kleinen Reise über den See. Nebenbei bekommt man einen Blick auf das Strandbad, die Uferpromenade und die Kulisse der Stadt mit u.a neuen Rathaus, untem im Bild links mit der grünen Kuppel zu sehen.

 

Auszeit mit Spielecke, meine Tipps für die Innenstadt

Zwischen all dem Sightseeing braucht man natürlich Pausen. Mit Kind ist das ja oft nicht so einfach, lange ruhig auf dem Stuhl sitzen kann schnell langweilig werden. Deshalb gehe ich mittlerweile nur noch an Orte mit einer Spielecke, das ist für mich der ausschlagebende Punkt und nicht die Qualität oder Auswahl des Essens.

In der Innenstadt von Hannover sind meine (solide, aber gute) Lieblingsorte Galeria Kaufhof an der Marktkirche und Karstadt. Bei Karstadt geht es etwas wilder zu, dort ist eine Rutsche und ein größerer Bereich wo die Kinder sich bewegen können. Einziger Minuspunkt, der zwar abgetrennte Kinderbereich, in dem man sitzen kann, hat kein Tor o. ä und die Rolltreppe ist sehr nah.

Bei Kaufhof, (s. Bild) geht es ruhiger zu, die Spielecke hat sich zu unserem letzten Besuch im Frühling deutlich verbessert. Es gibt u.a. ein Spielhaus (mit Klingel, die armen anderen Gäste, große Freude bei A.), eine Holzeisenbahn und Duplo.

Lohnen tut sich ebenso ein Besuch im Waterloo Biergarten dort gibt es einen kleinen Spielplatz. Der Biergarten ist nah am neuen Rathaus und erfordert keinen Umweg, wenn man z.Bsp. dem roten Faden folgt.

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