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Hauptsache mein Kind ist später glücklich, reicht das?

Glückliches Kind, glückliche Eltern

Gestern las ich auf “Top-Elternblogs” den Text von Anne “Als das Glück kommerzialisiert wurde“. Ich hinterließ ihr einen Kommentar, doch das Thema und Gedanken dazu schwirrten weiter in meinem Kopf. Ich meinen Gedanken von gestern einen längeren Text widmen.

Anne schrieb darüber, dass die meisten Eltern sich wünschen, dass ihr Kind glücklich sein wird im späteren Leben. Es ist beruhigend für Eltern, wenn sie ihr erwachsenes Kind in einem guten Job und Geld verdienend wissen. Auf die Verbindung Eltern und deren Verantwortung für das Glück des eigenen Kindes will ich näher eingehen.

Natürlich interessiert es mich sehr was ihr dazu denkt, schaut euch dazu auch unbedingt Annes Beitrag an.

Ganz klar, auch ich reihe mich ein und sage, ich wünsche mir, dass mein Kind später (im Erwachsenenalter) glücklich sein wird. Doch wie dieses Glück aussehen mag und was es für mein Kind bedeuten wird glücklich zu sein, darüber kann ich nicht entscheiden. 

Die Glitzerwolke

Die Idee vom glücklichen großen Kind ist eher ein Konstrukt für mich, wie eine regenbogenfarbene Glitzerwolke. Ja, ich wünsche mir so ein kleines Wölkchen voller Glück für mein Kind. Doch was mein Sohn aus dieser Wolke zaubert, das ist ihm ganz alleine überlassen. Weitere Vorstellungen oder gar berufliche Wünsche für ihn stehen mir einfach nicht zu.

Glückliches Kind, glückliche Eltern

Gute Arbeit = Glück?

Glück ist eine individuelle Empfindung. Für manche ist es die Familie, für andere ist es viel Zeit zu besitzen. Oder wie eher verpöhnt, der Wunsch nach Reichtum. Doch wenn Geld eine Person wirklich glücklich macht, so what?!

Ich kann Annes Gedanken gut nachvollziehen, dass Eltern sich wünschen, dass ihr Kind gut auskommt im Beruf und finanziell abgesichtert sein soll.

Eltern befreit euch von falscher Verantwortung

Jedoch finde ich, dass wir Eltern uns davon befreien müssen uns schon im Kindesalter für das (berufliche) Glück des Kindes verantwortlich zu fühlen. Wir leben in anderen Zeiten. Die Generation unserer Kinder wird es noch mehr betreffen, man wird nur noch selten 50 Jahre in einer Firma angestellt sein. Was habe ich davon und viel mehr, was hat mein Kind davon, wenn ich mir jetzt schon Gedanken über seine finanzielle Zukunft mache? Wir können nun mal nicht in die Zukunft blicken.

Was ich als Mutter jedoch tun kann, ist meinem Kind helfen sich selbst zu finden, seine Position und sein Glück in der Welt zu finden. Es zu unterstützen eine starke Persönlichkeit zu entwickeln. Ein mündiger Mensch in diesen stürmischen Zeiten zu werden, Zeiten die in Zukunft vielleicht noch stürmischer sein werden…

Ich hoffe mein Sohn wird glücklich

Und ja, ich hoffe, das mein Sohn ein schönes Leben haben wird und gerne auch einen tollen Job. Damit meine ich so einen, der für ihn Freude bedeutet und ihn hoffentlich glücklich macht.

Dass er zu einem Mensch heranwächst, der einsteht für eigene Interessen und die anderer. Sein Glück selbst in die Hand zu nehmen weiß und nie vergisst, dass wenn es mal nicht läuft wie geplant, er Eltern und Freunde um Hilfe bitten kann.

Mein Kind soll glücklich sein, doch wie dieses Glück aussieht, dass kann er selber herausfinden. Also ja, ich glaube glücklich sein das reicht. Alles weitere wird sich zeigen und er wird seinen Weg gehen. Ich hoffe zu dieser Selbstständigkeit kann ich meinen Sohn unterstützen und ihn immer wieder ermutigen seine eigene Glitzglückswolke stets im Auge zu behalten. Vor allem wünsche ich mir, dass er sein Leben lang an dieser Wolke rüttelt um in seinem persönlichen Glücksregen stehen zu können.

Beide Bilder von Pixabay.

P.S. Mein Blog ist jetzt auch bei Facebook zu finden. Dort poste ich neben den aktuellen Blogartikeln, auch immer mal wieder Neuigkeiten aus Finnland. Ich freue mich über ein “Like”. 🙂

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4 Comments

  1. Hey Lara,
    freut mich, dass ich dich zum Nachdenken angeregt habe 😉
    Hach jaaa, ich glaube, dieses Thema ist unerschöpflich. Letztlich hast du recht: Jeder findet sein Glück woanders. Da sollte man den Kindern nicht weiter reinreden, sondern sie einfach machen lassen.
    Trotzdem ist die Gegenwart irgendwie ambivalent: Die Missstände nehmen zu. Und wir profitieren davon. ich prangere sie in meinem Artikel zwar an. Aber der “Stadtpapa” hat mich zu recht darauf hingewiesen, dass das nicht reicht.
    Ich bin jedenfalls hin- und hergerissen.
    LG Anne!!!

    1. Hallo Anna,
      ja, ich finde das total spannend sich gegenseitig zu motivieren und nachzudenken. 🙂

      Und ich verstehe ganz klar deine Bedenken bzgl der Missstände. 🙁 Das liegt mir auch im Magen, doch ich glaube es ist wichtiger sein Kind mit Fähigkeiten auszustatten, sich einmal diesen Missständen bewusst zu werden, gegen sie zu kämpfen und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. So kann sich auch etwas ändern. 🙂

      Viele Grüße,
      Lara

  2. Dazu gibt es sicherlich jede Menge Meinungen, meine eigene stimmt mit deiner ziemlich genau überein. Vor allem, weil ich selbst ein Kind bin, dessen Eltern im “Glück” die, sagen wir mal, Spießbürgerlichkeit gesehen haben. Inzwischen weiß ich und meine Eltern wissen es auch, dass die mein persönliches Glück eben nicht ist. Einem eigenen Kind würde ich ermöglichen wollen diese Erkenntnis so früh wie möglich zu haben 🙂

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.