Von Schaukeln und Rutschen – 7 Fakten zur Geschichte des Spielplatzes

7 Fakten über die Geschichte des Spieplatzes

Für uns gehört der Besuch von Spielplätzen zum Alltag mit Kind, sie bieten eine gelungene Abwechslung, die Möglichkeit an der frischen Luft mit anderen Kindern zu spielen. Sie sind aus unserem Leben mit Kind nicht wegzudenken, geht es dir ähnlich? Spielplätze gehören fest zu unserem Stadtbild, doch ich war überrascht, wie jung die Geschichte des Spielplatzes eigentlich ist.

Im Rahmen meiner Blogparade „Spielplätze – Traumhaft oder wahrgewordener Albtraum?”, die bis zum 15. Juni 2017 in die Verlängerung gegangen ist, möchte ich mit dir sieben Fakten über die Geschichte der Spielplätze teilen. Hättest du sie gewusst?

Hinter Spielplätzen steht so viel mehr, als nur die Spielgeräte. Der soziale Aspekt, es ist ein Ort für alle Generationen. Die Kinder kommen zum Spielen alleine oder untereinander, die Eltern erinnern sich an ihre eigenen Erfahrungen auf dem Spielplatz und tauschen sich gemeinsam aus.

7 Fakten über die Geschichte des Spieplatzes

1. Wachsende Städte, weniger Platz für Kinder

Die Industralisierung schritt gegen Ende des 19. Jahrhunderts voran, die Städte wurden größer und voller. Es wurde eine Lösung gesucht um den Kindern Möglichkeiten zu geben gemeinsam zu spielen, sich zu bewegen und Kind bleiben zu können. Die Kinder sollten vom Spielen auf den gefährlichen Straßen bewahrt werden. In Deutschland gab es 1885 den ersten sogenannten „Sandgarten“, ein fester Ort für Spiel und Bewegung.

2. Ein Produkt der Stadt

Ganz klar Spielplätze sind ein Resultat der sich verändernden, schneller werdenden Welt, das Leben zog mehr in die Städte. Auf dem Dorf gab es keine Nachfrage für explizite, sichere Plätze zum Spielen. Anders in der Stadt, dort wurden sie dringend gebraucht. Dieser Bedarf, nach „Oasen” für Kinder ist noch heute aktuell, allein wenn ich an mein Verständnis von Spielplätzen denke.

Die Kindheit als gesonderter Lebensabschnitt wurde erst im 17. Jahrhundert beschrieben, es dauerte noch eine Weile, Räume für die Kinder mussten sich erst etablieren.   Erste Spielplätze in Städten wurden schon um 1820 erwähnt, doch es dauerte gut 100 Jahre in denen deren Bedeutung zunahm.

3. Spielplätze werden zur Geschäftsidee

Es dauerte etwas, dann machten sich zu Beginn der 1900er Jahre Firmen, gerade in den USA daran ein Geschäft in den Spielplätzen zu sehen. Sie entwarfen spezielle Spielgeräte, welche nach heutigen Standards total unsicher erscheinen. Gerutscht wurde durch Stahlrohre, es gab sehr steile oder horizontale Elemente. Mit der Zeit kamen mehr Naturelemente hinzu, die Geräte wurde weiter entwickelt.

4. Diese Drei gibt´s (fast) immer

Stell dir den kleinsten Spielplatz in deiner Umgebung oder den, den du je besucht hast vor. Ich bin mir sicher mindestens eins, wenn nicht alle drei Spielgeräte sind dort zu finden: Sandkasten, Klettergerüst und Rutsche. Sie bilden seit jeher die „dreiteilige Standardausrüstung“ und sind so gut wie immer vertreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Ästhetik hinzu und die Spielplätze sollten mehr von pädagosischem Nutzen sein.

7 Fakten über die Geschichte des Spieplatzes
Die Rutsche, ein Spielplatz Standard.

5. Ein Platz im Lexikon

Im Jahr 1929 wird das Wort Spielplatz zuerst in Meyers Lexikon erwähnt und wurde somit ein fester Bestandteil der Kultur.

6. Im Schnelldurchlauf durchs 20. Jahrhundert

  • Ab den 1930er Jahren gab es viele öffentliche Spielplätze in Städten mit den drei typischen Spielgeräten. (Siehe Punkt vier.)
  • In den1960ern wurde der Spielplatz als ein kreativer Ort gesehen, Kinder sollten Orte zum Selbstbestimmen bekommen.
  • Erste Abenteuerspielplätze entstanden in den 1970ern,  es wurde mehr Freiheit und Abwechslung in der Auswahl der Spielgeräte gefordert.

7. Ordnung muss sein

In Deutschland mag man es ordentlich, deshalb wurde in den 1970ern die DIN – Norm eingeführt. Dies bezieht mit ein die Instandhaltung und  regelmäßige Sicherheitskontrollen. Die ausgewählten Spielgeräte sollen sicher und für Kinder geeignet gestaltet sein.

Der Spielplatz ist vieles…

„Der Spielplatz ist einer der letzten öffentlichen Räume, den Kinder frei nutzen können, wo es keine Werbung und keine kommerzielle Zwänge gibt.“ Gabriela Burkhalter (Kultur Geschichte des Spielplatzes)

Ein Spielplatz ist so viel, ein Ort der Bewegung, für soziale Kontakte, Erziehung und Lernen. Ja, es kann ein Ort der Befreiung und zugleich der Limitierung sein. Ich kann (die in den 1970ern aufkommende) Kritik, dass Spielplätze Kinder eher gefangen halten statt Freiräume zu geben verstehen. Auf eine Weise geben sie das Spiel vor, auf der anderen Seite liegt es an den Kinder was sie daraus machen.

Ich sehe es als ein wichtiges Zeichen, dass es viele und vor allem überall Spielplätze gibt. Es ist ein Zeichen, dass Kinder und ihre Bedürfnisse einen festen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Hast du Lust deine Gedanken zu Spielplätzen zu teilen? Hinterlasse mir doch einen Kommentar und natürlich bist zu herzlich eingeladen an meiner Blogparade teilzunehmen. 🙂

Viele Grüße aus Finnland und bis bald,

Lara

Zum Schluss noch ein paar Linktipps und meine Quellenangaben:


 

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(Bild 1 und Bild 3 von Pixabay.)

 

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