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Finnischer Freitag: Åland – Ahvenanmaa

Die Osterfeiertage haben wir auf Åland oder Ahvenanmaa wie es auf Finnisch heißt verbracht. Ich habe natürlich reichlich Bilder gemacht und will noch etwas mehr von dem Kurzurlaub berichten. Ich dachte mir jedoch zuerst schreibe ich generell über Åland, das zwar zu Finnland gehört, aber doch nicht so Finnisch ist wie der Rest des Landes. Vielleicht sind diese Inseln ja auch etwas ganz Neues für euch. Ein Besuch lohnt sich unbedingt! Ich kannte Åland bisher nur als Zwischenstopp auf der Fährfahrt von Finnland nach Stockholm und bin froh nun endlich mal ausgestiegen zu sein!

Åland ist ein Teil von Finnland, dennoch eine Autonomieregion. Es wird nur Schwedisch gesprochen, allein 5% der Bevölkerung hat Finnisch als Muttersprache. Witzigerweise fast andersherum als auf dem Festland, wo 6% schwedischsprachig sind. Åland setzt sich zusammen aus vielen kleinen Inseln und liegt zwischen Finnland und Schweden. Auf den ganzen Inseln verteilt leben nur ca. 28 000 Menschen und in der Hauptstadt Marienhamn wo wir waren nur 11 000. Also eine wirklich kleine und überschaubare Hauptstadt.

Åland hat einen eigenen Landtag und Post, für das finnische Parlament bildet es einen eigenen Wahlkreis. Will man z.Bsp. als “normaler” Finne auf Åland ein Grundstück kaufen muss man einmal der schwedischen Sprache mächtig sein zudem mindestens 5 Jahre dort gewohnt haben. Wenn man dieses Heimatrecht (“Hembygdsrätt” in Schwedisch) besitzt darf man auch für den åländischen Landtag stimmen.
Viele fragen sich, warum Åland denn nicht einfach zu Schweden gehört. Immerhin scheint es doch deutlich “schwedischer”. Nach dem ersten Weltkrieg wurde diese “Ålandfrage” von der “League of Nations” beantwortet und entschieden dass es ein Teil von Finnland.

Als ich jetzt selber dort war muss ich sagen, dass es sich irgendwie weder wie Schweden noch wie Finnland angefühlt hat. Irgendwie einfach dazwischen, bzw. als ein eigenes kleines Land. Da alles so viel kleiner und ruhiger erschien, dachte ich erst ich bin im “Bullerbü-Traumland” angekommen. Die Straßenschilder sind alle auf Schwedisch, die Produkte im Supermarkt allerdings identisch mit denen auf dem Festland. Mir wurde von einigen Finnen und Nicht-Finnen vorher erzählt, dass man böse angeguckt wird, wenn man versucht Finnisch zu sprechen. Man sollte es lieber mit Englisch versuchen, wenn man kein Schwedisch kann. Im Hotel konnte die Frau an der Rezeption trotzdem Finnisch und sonst ging es für mich eben auch auf Englisch oder gebrochenenm Schwedisch voran. “Tack tack” habe ich noch gerade hinbekommen. 😀

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