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Finnischer Freitag: Joulutortut – finnische Weihnachtstörtchen

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Woran ich jedes Jahr aufs Neue erkenne, dass die Weihnachtssaison in Finnland gestartet ist? In Cafés werden Joulutortut (Weihnachtstörtchen) angeboten. In den Supermärkten wird ein Regal für Pflaumenmarmelade und im Tiefkühlregal ein Fach für den passenden Teig frei geräumt und natürlich bestückt. Denn für diese kleinen und äußerst leckeren, weihnachtlichen Törtchen braucht man nur 2 Zutaten. Wer es exklusiver mag, kann um 2 Zutaten erweitern. Obendrauf ist das Rezept total einfach.

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Joulutortut gehören zu Weihnachten in Finnland einfach dazu und sind allseits beliebt. Man kann sie im Café, den (wenigen) Bäckereien kaufen oder fix selber machen. Um den Butterteig nicht selber machen zu müssen gibt es, wie erwähnt im Supermarkt vorgefertigten Teig. Praktisch, man muss sich in der Weihnachtszeit ja nicht unnötigen Stress aufhalsen.

Wer beim Servieren der Törtchen mit Hintergrundwissen aufwarten möchte, bekommt einige Infos. Ansonsten geht es unten weiter mit dem Rezept.

Sehen die nicht aus wie…?

Vor einigen Jahren fragte die schwedische Zeitung “Svenska Dagbladet”, wer auf seinem Kaffeetisch Hakenkreuze anbietet und gab als Antwort, die Finnen. Die Weihnachtstörtchen würden wie Hakenkreuze aussehen. In Finnland hat sich niemand über die Form der Weihnachtstörtchen Gedanken gemacht, bevor es die Schweden im Jahr 2013 taten.

Die Finnin Katri Nisula schrieb in einer Kolumne dazu und ging der Geschichte des Gebäcks auf die Spur. Das war gar nicht so einfach. Herausfand sie, dass die Törtchen schon deutlich vor dem 20. Jahrhundert gebacken wurden, also bevor die Nazis das Hakenkreuz für ihre Zwecke nutzten. Der Ursprung der Törtchen könnte in England oder Schweden liegen.

Schon in der Eisenzeit war das Hakenkreuz ein beliebtes Symbol in Finnland. Es stand zum Beispiel für Glück. Geklärt welches Bild die Törtchen nun darstellen ist noch immer nicht.

Ich habe die Törtchen schon oft an Weihnachten in Deutschland gemacht, in dem Land wo (zu Recht sensibel auf Hakenkreuze) reagiert wird. Kommentiert wurde eher, dass sie wie gewöhnliches Windmühlengebäck aussehen.

Schnelle Weihnachtsbäckerei

Ich mag es gerne einfach und dieses Rezept besticht durch absolute Einfachheit. Natürlich gibt es in Deutschland keine Regale voller Zutaten für finnische Weihnachtstörtchen, das stört nicht, Ersatz ist schnell gefunden. Hier die Zutatenliste:

  • Pflaumenmus
  • Blätterteig (ungesalzen)
  • optional: 1 Eigelb und Puderzucker

Wer mag kann die Törtchen noch mit Eigelb bestreichen, da wir so gut wie nie Eier im Haus haben, übergehe ich diesen Schritt. Manche mögen sagen die Törtchen werden schöner, wenn sie mit Ei bestrichen sind. Ich denke, das ist Geschmackssache.

Wer mag kann sie vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

Los geht’s, ich zeige euch zwei Varianten die Törtchen zu formen:


Variante 1: die WindmühleFinnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Finnische Weihnachtstörtchen JoulutortutFinnische Weihnachtstörtchen JoulutortutFinnische Weihnachtstörtchen JoulutortutIn Finnland erhält man vorgefertigte Rechtecke, die man schnell in die benötigten Quadrate zerteilen kann.

Ansonsten, wird als erstes der Blätterteig in Quadrate zerteilt.

Ich würde als Maßeinheit sagen, minimal kleiner als eine quadratisch, praktisch, gute Schokolade.

Die Ecken werden weniger als bis zur Hälfte eingeritzt.

Dann wird eine Ecke in die Mitte gelegt, die nächste Ecke wird ausgelassen, die übernächste wieder in die Mitte gelegt.

Das geschieht reihum.

Bei Bedarf kann das Eigelb zum Einsatz kommen, man bestreicht erst die Mitte, wo sich die Enden der Ecken treffen mit Eigelb ein.

Es hält auch wunderbar, wenn man die Ecken etwas andrückt.

Zum Schluss kommt ein Klecks Pflaumenmus in die Mitte.

Weiter geht’s mit der zweiten Version.

 

Variante 2: Paket mit Schleifchen

Für Variante 2 braucht man ebenso ein Quadrat.

An den Ecken wird 4x ein rechter Winkel  mit dem Messer geschnitzt.

 

Die Ecken werden in die Mitte gelegt.

Und es folgt wieder ein Klecks Pflaumenmus.

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

Eine Mischung beider Varianten bietet sich an, die “Windmühlen” sind sperriger und mit der “Paketversion” passen mehr Törtchen auf ein Blech. Sie gehen ja ein bisschen auf, was beachtet werden sollte.

Die Törtchen werden bei 225 Grad ca. 15 Minuten gebacken. Ich mache nach 11 Minuten den Backofen aus und nutze noch gut 5 Minuten die Nachwärme.

Finnische Weihnachtstörtchen Joulutortut

P.S. Mein Blog ist jetzt auch bei Facebook zu finden. Dort poste ich neben den aktuellen Blogartikeln, auch immer mal wieder Neuigkeiten aus Finnland. Ich freue mich über ein “Like”. 🙂

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4 Comments

  1. Liebe Lara!
    Was für ein schöner Blog über Finnland! Macht richtig Spaß, hier zu stöbern. Joulutorttu stehen auch noch auf meinem Programm…ich mach sie immer kurz vor Heilig Abend.
    Viele Grüße von tarja

    1. Hallo Tarja,
      danke. 😊
      Ich will morgen noch einmal “joulutortut” machen, sie gehören einfach zu Weihnachten dazu. 😊
      Liebe Grüße, Lara

  2. Die sehen toll aus! Und ich mag Pflaumenmus. Nur fürchte ich meine Fertigkeiten in Sachen Blätterteig einritzen kommen an deine nicht ran 😀 Schmecken die Teilchen auch kalt?

    1. Das ist so einfach, das schafft jeder. Es muss auch nicht haargenau sein. 😉
      Klar, kalt schmecken die auch. 😄

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.