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3 Dinge, die ich meinem Kind fürs Leben mitgeben möchte

Kind auf seinem Weg mitgeben

Eigentlich sind es wohl mehr als drei Dinge, dich ich meinem Kind für seinen Lebensweg mitgeben möchte. Doch hatte ich vor ein paar Tagen eine Begegnung, die mich grübeln ließ. Mir fielen drei Dinge an diesem Aufeinandertreffen auf. Ich setzte sie zu den Sachen, die ich wünsche meinem Kind mitgeben zu können. (Was er später daraus macht ist seine Sache.)

Die drei Dinge lauten:

  • dem eigenen Gefühl vertrauen,
  • um Hilfe fragen,
  • das Gute im Menschen sehen.

Die Begegnung

Ich war mit A. auf dem Weg zum Zug. Ich schob den Kinderwagen in Richtung Bahnhof, dort stand leicht abseits ein Junge (ca. 13 – 15 Jahre). Ich bekam sofort das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Der Junge kam auf mich zu, ob er mich was fragen darf fragte er mich. Ich bejahte und er begann mit seiner Frage. Ich hatte das Gefühl es ist ihm unangenehm und er wirkte aufgelöst. Es stellte sich heraus, dass er seine Monatskarte nicht dabei hatte und Geld für ein Zugticket brauchte.

Ich schaute ob ich Kleingeld habe und gab ihm die 3€ die er benötigte. Ich ging zum Gleis, das voller Menschen war. Der Zug kam und ja, ich bin eine neugierige Person. Ich folgte dem Jungen in den Zug, unauffällig natürlich. 😉

Ich bestieg den Zug kurz nach ihm und sah nur noch wie er seine Fahrkarte vor das Lesegerät hielt und es piepte. Das heißt, er hatte eine Fahrkarte dabei und diese war gültig.

Mein erster Gedanke

Der erste Impuls war zu rufen: “Hey, gib mir mein Geld wieder!” Doch ich sagte gar nichts, wir fuhren nur eine Station. Und natürlich war ich erstmal sauer. Ich habe mich auf gut Deutsch verarscht gefühlt. Dann habe ich mich gesammelt und einfach beschlossen, dass der Junge das Geld wohl nicht für die Fahrkarte brauchte, sondern für etwas anderes Wichtiges.

Und dann fielen mir diese drei Dinge auf. Ich hoffe, dass ich sie A. vorleben kann und er sie später auch als wichtig empfinden wird.

Dem eigenen Gefühl vertrauen

Die Art wie sich der Junge verhielt sagte mir, dass er ein Problem hat. Sofort kam das Gefühl auf, dass ich ihm helfen möchte. Ich weiß genau, dass wenn ich ihm von vornherein Hilfe verwehrt hätte, ich es später mehr bereut hätte. Ich hätte es mehr bereut als ihm eventuell die 3€ nicht für die Fahrkarte sondern Drogen (ich übertreibe, für 3€ gibt es doch keine Drogen!) gegeben zu haben.

Dem eigenen Gefühl zu vertrauen bedeutet für mich, das zu tun womit man sich gut fühlt. Das kann in manchen Situationen eine andere Handlung sein als allgemein erwartet und es braucht manchmal Mut.

Um Hilfe fragen

Das ist oft leichter gesagt als getan, ich empfinde es teilweise schon unangenehm andere zu bitten mir zu helfen den Kinderwagen irgendwo hoch zu tragen. In solchen Situation weiß man, es gibt ein Problem und alleine kann man dies nicht lösen. Da braucht es schon Mut sich anderen (gerade fremden) Menschen zu öffnen und um Hilfe zu bitten.

Das Gute im Menschen sehen

Ja, oft sehe auch ich alles in schwarz und  weiß unterteilt. Es gibt definitiv Menschen, die schlimme Dinge tun und taten. (Paradebeispiel Hitler) Wo kämen wir hin, würden wir uns auf das Schlechte in den Menschen versteifen? Gerade in Zeiten wo bestimmte Bevölkerungsgruppen per se als schlecht bezeichnet werden ( z.Bsp. Flüchtlinge) ist es wichtig, die Vernunft siegen zu lassen.

Ich bin der Überzeugung, dass trotz vieler schrecklicher Geschehnisse der Großteil der Menschen gut ist. Vertrauen wir alle ein bisschen mehr darauf und vor allem schenken wir unseren Mitmenschen Vertrauen. Gerade in Zeiten, in denen es sich oft anfühlt, als würde die Welt zusammen brechen geben Konstanten Schutz. Und das Gute im Menschen zu sehen ist meiner Meinung nach eine wunderbare Konstante, die uns mehr weiterbringen wird als an Negativem festzuhalten.

Naiv? Was sagst du?

Manche würden vielleicht sagen, dass ich naiv sei und der Junge nur auf ein bisschen mehr Taschengeld aus war. Vielleicht war es so, ich werde es nicht erfahren. Eins weiß ich, dass ich so gehandelt habe, wie es für mich vertretbar ist. (Siehe Punkt 1) Ich hoffe, dass mein Sohn später genauso denken kann, dass er tut was für ihn richtig erscheint, er in schwierigen Situationen andere Menschen um Hilfe fragt und nie den Glauben ans Gute im Menschen verliert.

Wie hättet ihr reagiert? Oder ist euch ähnliches widerfahren? Gibt es auch Dinge die ihr eurem Kind mit auf den Weg geben möchtet?

Fotoquelle: Pixabay

 

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3 Comments

  1. Dem eigenen Gefühl zu vertrauen ist ja manchmal gar nicht so einfach. Ich finde die ganzen Zweifel und auch mal Vorurteile die man so über die Jahre im Kopf gesammelt hat sind da manchmal ganz schön laut und das Gefühl halt sehr leise.
    Ich denke ich hätte mich genau wie du verhalten. Einfach auf den Bauch gehört und gutes gehofft. Und das sollte man auch seinen Kindern mitgeben, ruhig mal auf sich selber vertrauen, auch wenn alle andern denken es ist ein wenig naiv.
    Liebe Grüße

    1. Hallo Ela,
      du hast Recht, man hat schon so seine Muster im Kopf. Oft will man die zwar aufbrechen, doch das ist definitiv einfach. Aber man lernt ja nie aus und kann gerade mit seinen Kindern neu lernen. 🙂

      Viele Grüße,
      Lara

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