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Besuch im Bundestag

Als ich Ende Mai ein paar Tage in Berlin war, ging es in den Bundestag. Ich wollte diesen schon seit Jahren besuchen. Früher musste man ja stundenlang Schlange stehen und dafür waren wir immer zu faul. Seit einiger Zeit meldet man sich vorher an und kommt dann zum angemeldeten Zeitpunkt sofort rein.
Ich habe gut einen Monat vorher die Online-Anmeldung abgeschickt, was für unseren Wunschtermin schon der letzte Drücker war.

Eigentlich wollten wir eine Führung (+ Kuppelbesuch) machen, in der Zeit wo ich in der Stadt war, waren leider alle Termine ausgebucht. Nur die Kuppel besuchen (wofür es mehr Kapazitäten gibt) war uns zu langweilig. Wenn schon denn schon und zum Glück gab es noch Plätze für den Besuch der Tribüne mit einem Vortrag. Die Einlasskontrollen empfand ich noch strenger als am Flughafen. Teilweise fand ich das Personal unfreundlich, als seien wir mit bösen Absichten gekommen…

Zu dem Zeitpunkt unseres Besuchs war eine Plenarsitzung, somit gab es keinen Vortag. Dafür, was ich im nachhinein eh viel besser fand, konnten wir von der Besuchertribüne die Sitzung verfolgen. Vorher wurden wir (wieder in einem ziemlich schroffen Ton) angewiesen wie wir uns zu verhalten haben. Wer gähnt oder müde wird soll rausgehen, Infobroschüren dürfen nicht mit reingenommen werden, da damit mal Papierflieger gebastelt wurden. Und reden und Zwischenrufe (leider ;P) sind natürlich strengstens untersagt. Atmen war erfreulicherweise erlaubt!

Wir hatten zum Glück ein spannendes Thema erwischt, es ging um Volksentscheide. Es war wirklich interessant eine Sitzung mal aus der Nähe zu verfolgen. Besonders weil mir der Pleanarsaal viel kleiner erschien als im Fernsehen. Die Abgeordneten haben sich stellenweise richtig angepöbelt und dazwischen gerufen, was ich sehr unterhaltend fand.

Die verschiedenen Redner haben die anderen Parteien teilweise ganz schön auf die Schippe genommen, da muss man sich ja nicht alles gefallen lassen und eben reinrufen. 😉 An dem Tag hat Claudia Roth die Leitung der Bundestagssitzung eingenommen, was definitiv einen weiteren Unterhaltungswert hatte. So, hatte die Sitzung etwas von einem Klassenzimmer, mit den üblichen Störern und natürlich auch einigen die offensichtlich gar nicht zuhören.

Nach 50 Minuten sollten wir eigentständig die Tribüne verlassen und sind dann noch hoch zur Kuppel. Von dort hat man einen tollen Ausblick auf Berlin, das über und über mit Baustellen übersät ist.
Danach haben wir uns die Gedenkstätte für die Ermordeten Sinti und Roma in der NS Zeit angeschaut. Ich hatte im Frühjahr in der Uni einen Kurs über finnische (und im allgemeinen) Roma belegt und muss sagen, ich war damals etwas peinlich berührt wie wenig ich doch über diese Minderheit und ihre Geschichte weiß. Leider ein Thema, das ziemlich ignoriert wird.

Der Besuch des Bundestages hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann es nur empfehlen, wenn möglich dazu noch für eine Plenarsitzung anzumelden!
Wart ihr schon einmal auf bzw. im Bundestag? Und wenn ja wie fandet ihr es?

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2 Comments

  1. Nun war ich schon so oft in Berlin, aber den Bundestag habe ich noch nie von innen gesehen. Allein schon die von dir beschriebenen strengen und unfreundlichen Einlasskontrollen wären nichts für mein zartes Gemüt.
    Aber so ein "Klassenzimmerfeeling" unter Politikern würde ich ja schon gerne mal miterleben 😉

    Liebe Grüße 🙂

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.