Beckenendlage – ich teile meine Erfahrungen und Wendeversuche

Ich möchte gerne mehr zum Thema Beckenendlage (BEL) und Steißgeburt schreiben. Ich habe selber online nicht viele Erfahrungsberichte zum Thema Steißgeburt finden können. Jedoch die vielen verschiedenen Berichte anderer Schwangerer mit Babys in BEL haben mir gut getan zu lesen. Ich hoffe meine Erfahrungen helfen (irgendwann) einer anderen Schwangeren und für andere ist es vielleicht einfach interessant zu lesen.

Baby in Beckenendlage

Beckenendlage – der Kopf ist oben!

In der Schwangerschaftswoche 36 war ich beim Arzt zur Kontrolle. In Finnland geht es, wenn es keine Probleme gibt nur zweimal während der Schwangerschaft zum Arzt.
Ich selber lag als Baby in Beckenendlage und wurde per Kaiserschnitt geboren, deshalb hatte ich daran gedacht, dass es unser Baby mir eventuell gleich tut. Ist ein oder gar beide Eltern in Steißlage geboren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Kind auch in Beckenendlage liegt.

Bei den regelmäßigen Kontrollen im Gesundheitszentrum „Neuvola” wurden nur die Herztöne abgehört und der Bauch abgetastet. Ich wurde gefragt wo ich den Schluckauf des Babys spüre. Da ich diesen unten am Bauch spürte, sagte die Gesundheittschwester, der Kopf sei wohl unten. Nach dem Abtasten bestätigte sie dies. (Hätte sie wohl mal besser tasten sollen…)

Ich hatte oben rechts am Bauch eine ziemliche Beule und dachte, dass es wohl seine Füße sind. Mittlerweile weiß ich, dass der Schluckauf durch das Fruchtwasser im Bauch wandert und man das Zittern genauso unten spüren kann.

Ich war also beim Arzt und sie meinte beim Tasten lapidar: „Och, der Kopf ist oben.” Die Ärztin hat ihre Vermutung kurz per Ultraschall kontrolliert. Ich geriert sofort in Panik und fing an zu weinen, da meine erster Gedanke „Kaiserschnitt!” war. Die Ärztin war leider wenig einfühlsam und sagte nur: „Ein Kaiserschnitt steht noch nicht fest.” Auf meine Frage ob das Baby sich noch drehen könnte sagte sie, es sei zu spät. Ich bekomme aber einen Termin im Krankenhaus zum Versuch der äußeren Wendung.

Was jetzt?

Ich war erst mal ziemlich am Boden zerstört, weil ich auf diese Nachricht nicht eingestellt war, obwohl ich ja schon daran gedacht hatte. Ich dachte mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt sei dahin.

Ich hatte vorher einiges über BEL in dem Buch von Ingrid Stadelmann („die Hebammensprechstunde”) gelesen und wusste natürlich dass es keine Krankheit sei. Und auch aus den Erzählungen meiner Mutter, die mich trotz „Indischer Brücke” nicht zum Drehen bewegen konnte.

Die Steißlage ist eben nur eine andere seltenere (ca. 4% der Babys) Variante der Kindslage. Und vor allem, eine natürliche Geburt ist genauso möglich.

Meine Wendeversuche

Moxa Akupunktur

Zu Hause habe ich mich gleich an den PC gesetzt und nach Akupunkturpraxen in meiner Nähe gegoogelt. In dem erwähnten Buch las ich von der Methode des Moxen um das Baby zum Wenden zu bewegen.

Ich fand in Helsinki eine private Hebamme, die genau diese Methode anwendet und schrieb sie gleich an. Sie antwortete schnell und beruhigte mich, dass sich das Baby sehr wohl noch drehen kann und BEL kein Drama sei. Die Hebamme hat mich die letzten Wochen der Schwangerschaft begleitet und ihr Wissen war wirklich eine große Hilfe, besonders als Vorbereitung für die Geburt. Ich bin später noch zur geburtseinleitenden Akupunktur bei ihr gewesen.

Moxa Akkupuntkur bei Beckenendlage

Ich bin dann zur ersten Sitzung der Moxa Akupunktur und habe das dann zehn Tage zu Hause weitergeführt. Oder besser, mein Freund musste meine Füße „räuchern”. Bei dieser Art der Akupunktur werden Zigarren gerollt aus Beifußkraut an die äußeren kleinen Zehen gehalten. Natürlich nicht zu nah, es soll nicht zu heiß werden und weh tun.

Das sah schon ziemlich lustig aus, wirklich dran geglaubt hat mein Freund wohl nicht, aber ich fand es toll, dass er mit gemacht hat.
Die Erfolgschancen dieser Methode sind wohl sehr hoch, doch unser Baby ließ sich nicht zum Drehen motivieren. Ich hatte zwar das Gefühl, dass er nach dem Moxen aktiver wurde, zu einer Drehung kam es jedoch nicht.

Der Versuch der äußeren Wendung

Beim Termin im Krankenhaus haben zwei Ärztinnen versucht von außen das Baby zu drehen, doch der Po rutschte immer wieder sofort nach unten. 😀 Auch wenn ich teilweise anderes las, es tat überhaupt nicht weh und das soll es nicht!! Der Versuch der äußeren Wendung wird nur unternommen bis zur SSW 37 und wenn die Plazenta nicht ungünstig im Weg liegt. Danach wurde ein CTG zur Kontrolle geschrieben, dass es dem Baby weiterhin gut geht.

Als das Drehen nicht klappte fragte mich die Ärztin was ich mir wünsche und ich sagte, auf jeden Fall, wenn möglich eine natürliche Geburt. Also wurde ich zum MRT geschickt um zu sehen ob mein Becken breit genug ist. Die andere Hürde war, dass das Baby nicht über 4 Kilo schwer sein darf. Ich wartete voller Bangen auf den Anruf aus dem Krankenhaus und wurde einen Tag nach dem MRT erlöst, ich habe eine gebährfreudiges Becken. Juchhee!

Zwei Tage vor dem eigentlichen Termin musste ich nochmal ins Krankenhaus zur Babygewichtskontrolle. Zum Glück war er noch deutlich unter vier Kilo schwer. Ich bekam trotzdem vorsorglich einen Termin für den Kaiserschnitt, zehn Tage nach dem ET am 31.12. Es war also noch alles offen!

Andere Wendeversuche:

  • Indische Brücke,
  • Vierfüßlerstand,
  • Kühlkissen auf den Kopf des Babys, dass es sich mit dem Kopf zum Warmen drehen möchte.
  • Eine Spieluhr zwischen die Beine legen,
  • den Bauch im Uhrzeigersinn massieren,
  • dem Baby gut zureden,
  • dem Baby etwas strenger zureden.
  • Mit einer Taschenlampe dem Baby den Weg nach unten zeigen.

Hier ist mein Erfahrungsbericht über eine spontane Geburt in Beckenendlage zu finden.

 

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