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Das Schwerste am Leben mit Kind? Die anderen Eltern!

Ich mag den Austausch mit anderen Eltern. Es ist schön sich zu unterhalten, gerade wenn die Kinder untereinander spielen. In meinem realen und virtuellen Leben gibt es viele Eltern, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin und es Spaß macht Zeit zusammen zu verbringen. Wie es eben im Leben ist, gibt es Ausnahmen, denn Menschen sind verschieden. Da können komische Situationen entstehen. Dies passierte mir vor ein paar Tagen. Ich merkte, dass ich es mir schwer fiel (mental) bei mir und meinem Kind zu bleiben, unabhängig was die anderen (Eltern) von uns erwarten.

Das Schwerste am Leben mit Kind? Die anderen Eltern!
 Bild via Pixabay

Was war passiert?

Ich holte A. aus dem Park ab, wo er am Vormittag für ein paar Stunden ist. Wir räumten wie jeden Tag alle auf. Ich sammelte Sandspielzeug ein und sah wie A. mit einem Stock spielte. Dann ging er mit dem Stock auf ein  kleineres Kind zu und kam dessen Gesicht gefährlich nahe. Die Mutter des Jungen und eine andere Mutter begannen sofort zu kreischen an, sie stürmten zu beiden Kindern. Das kleinere Kind begann daraufhin zu weinen. A. wich ein paar Schritte zurück. Ich hatte mich auch erschreckt, weil er mit dem Stock wirklich nah Richtung Auge kam und ging natürlich zu ihm.

Ich kenne meinen Sohn und weiß, dass er öfters etwas „roher” den Kontakt zu Kindern aufnimmt und Begeisterung, sagen wir mal sehr aktiv zeigt. Jedenfalls standen wir gemeinsam beim Kind und schauten zu. A. war sichtlich erschrocken darüber, dass der Junge weinte. Ich sprach mit ihm darüber und überlegte ob ich noch etwas zu der Mutter sagen sollte. Doch ich wurde in meinen Gedanken unterbrochen:

„Jetzt musst du dich entschuldigen.” Kam es von beiden Müttern Richtung A. In mir loderte ein Feuer auf um ein kleines Rumpelstilzchen „auf diesen Satz habe ich nur gewartet” rufend tanzte in meinem Kopf. Ich sammelte mich kurz und wollte beginnen zu sagen, dass er sich nicht zwanghaft entschuldigen muss. Jedoch ging A. zum Jungen und umarmte ihn.

Ich denke, er kennt dieses Prozedere vom Park. Wir Eltern sind eben nicht immer bei ihm und können alle Interaktionen im Blick haben. Das finde ich ok und ich verstehe es.

Wem half die Entschuldigung?

Trotzdem war ich am Ende unzufrieden, da ich für mich unpassend reagierte. Ich fand es falsch eine Entschuldigung von einem Zweijährigen zu erwarten (und zu erzwingen). Wem half die Entschuldigung? Am Ende nur dem Gewissen der anderen Mütter. (Lesetipp: „Warum man Kinder nicht dazu anhalten muss, sich zu entschuldigen”vom „Wunschkind” Blog:) Ich hätte gerne etwas dazu gesagt, allerdings fühlte ich mich in der Situation so unwhohl, dass ich froh war, als die Kinder sie aufbrachen und weiter spielten. Später sprach ich noch mit A. darüber, dass er sich bei uns nie gezwungen fühlen soll eine Entschuldigung zu sagen.

Ganz klar, ich finde es gut zu wissen, dass wenn wir auf einem Spielplatz sind, alle ein Stück weit auf einander achten. Es beruhigt mich zu wissen, dass noch andere Erwachsene mitschauen und in brenzligen Situationen helfen könnten. Was mich irritiert sind Erwartungen an fremde Kinder (mein Kind) und deren Eltern (mich). Diese empfinde ich als Fehl am Platz.

Eltern sind die Experten für ihr Kind

Es fühlt sich an, als wird mir auf eine Weise eine Kompetenz abgesprochen, dass ich nicht wüsste, wie ich eine Situation mit meinem Kind angemessen durchlebe. Wie die „Lösung” der Situation aussieht ist subjektiv zu beurteilen.

Einige Male war ich in ähnlichen Situationen. Ich dachte mir: „Ach, ohne die anderen Eltern wäre es irgendwie einfacher.” Natürlich habe ich mir Gedanken über diese Momente des Zwiespalts gemacht. Ich habe beschlossen, dass ich mich herausnehme von den Erwartungen anderer und für mein Kind passend reagiere. Und natürlich die Mitmenschen angemessen und respektvoll behandle.

Ja, andere Eltern mögen bestimmte Erwartungen an ihre Kinder haben. Doch können sie diese nicht auf andere Kinder und deren Eltern übertragen. Was meiner Meinung nach erwartet werden kann, ist ein rücksichtsvoller und gemeinschaftlicher Umgang und Kommunikation. Egal ob groß oder klein. Gerade, wenn wir Eltern dies untereinander vorleben bieten wir unseren Kindern automatisch ein Vorbild.

Kommen dir meine Erzählungen bekannt vor? Wie gehst du mit solchen Situationen um?


Letztes Jahr schrieb ich darüber, dass es definitiv Situationen gibt, in denen es wichtig ist, andere Eltern auf gewissen Verhaltensweisen angemessen anzusprechen. (Wenn ein Kind in Gefahr scheint.) „Raushalten oder nicht?

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2 Comments

  1. Also ich finde die Reaktion der anderen Eltern eher unpassend. Du hast sie ja nicht gekannt, oder? Ich finde, Fremde sollten sich nicht in die Erziehung anderer Leute einmischen. Etwas anderes ist es unter Freunden, da kann man schon mal etwas vorsichtig anmerken, wenn es einem wichtig ist. Aber auch da gehe ich immer sehr behutsam vor, wenn überhaupt. Und ich würde auch nicht von einem Zweijährigen erwarten, sich entschuldigen zu müssen. Kinder lernen von Vorbildern, so wie Du schreibst. Ich wäre mir in der Situation, in der Du warst, auch komisch vorgekommen. Wäre erstmal baff gewesen…und ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, was man da Schlaues antworten soll.

    Liebe Grüße
    Natalie

    1. Die eine Mutter kenne ich, die andere, die Mutter des “betroffenen” Kindes sah ich an dem Tag zum zweiten Mal. Ich finde es auch immer so schlimm, wenn akut niemand in Gefahr ist und ganz klar durch ein Entschuldigung nichts besser gemacht wird. Aber ja, es ist nie einfach. :/ Meist fällt einem ja erst später ein, was man sagen wollte…

      Liebe Grüße,Lara

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