[Alltagsgeschichten] Ein Nachmittag im Spielpark

Letzte Woche waren wir in einem Spielpark oder “Indoorspielplatz”. Ich habe überlegt ob es dafür eine nicht dämlich klingende deutsche Bezeichnung gibt, außer “Drinnenspielplatz” viel mir nichts ein und das klingt einfach nicht cool. Unser Besuch war jedenfalls äußerst aufregend…

Zu As 1. Geburtstag waren wir in Deutschland mit einem Freund von ihm in so einem Spielpark. Es befand sich in einer alten Tennishalle, wo es recht dunkel und nicht sehr laut war. Der Kleinkindbereich (0-4 Jahre) war ziemlich abgeschirmt. Dort gab es ein Bällebad und große, weiche Bauklötze. Die Kinder konnten zwischen einer großen Auswahl an Bobby Cars oder ähnlichen fahrbaren Untersätzen wählen und durch die Gegend düsen. Kurzum, es war für uns alle ein netter Vormittag voller Spaß. Es war ein neuer Ort und ein anderer Spielplatz, und somit eine Abwechslung zu den Spielmöglichkeiten “outdoor”.

Etwas Vergleichbares gibt es natürlich auch in Finnland, weil es A. in Deutschland gefiel, hat sich J. vor ein paar Wochen mit ihm und einer Freundin plus Sohn dort getroffen. Am Anfang hatte A. Spaß, doch schnell schlug seine Stimmung um, er hat geweint und sich nicht beruhigen lassen. Deshalb sind die zwei früher nach Hause gefahren.

Wir hatten uns gedacht, dem noch einmal eine Chance zu geben. Ein Grund, ich war neugierig und wollte mir die finnische Version anschauen. Wir verabredeten uns mit einer Freundin von A. und ihrem Vater. Dieser Spielplatz ist in einer riesigen Sporthalle, man geht eine Treppe hoch, von dort gelangt man in ein Fitnessstudio. Die Spielwelt, für Kinder älter als 4 und der Bereich für Kids zwischen 0-4 Jahre befindet sich unten. Wir haben gezahlt (nur die Kinder kosten, tolle Sache!) und sind in Richtung Treppe, dann begann A. zu weinen und war ganz außer sich.

Die Halle erscheint, von der Treppe, von der man eine guten Überblick bekommt riesig und gemischt mit blinkenden Spielautomaten gibt es eine ordentliche Dröhnung an Reizen. Spätestens jetzt wusste ich warum meine Eltern Orte mit solchen Spielautomaten “Spielhölle” nannten. Wir sind trotzdem erst mal runter, A. die ganze Zeit auf meinem Arm, klammerte sich wie ein kleiner Affe an mich. Wir haben mit ihm alles genau angeschaut, doch er schien einfach unzufrieden. Ich bin mit ihm hoch und raus an die Luft gegangen und er hat sich sofort beruhigt. Irgendwas schien ihm Angst zu machen.

Die lustigen Photobomber im Hintergrund gehörten nicht zu uns!
J. folgte ein paar Minuten später und wir sind noch mal gemeinsam rein. Wir haben uns alles angeschaut, die Treppe, die Kasse, die Luftballons an der Kasse, den Ausblick auf die Hüpfburgen und Kletterwände für die großen Kinder. A. blieb ruhig, wir gingen langsam in den Kleinkindbereich, wo es eine Ecke mit großen Legos gab. Er schluchzte immer mal wieder, doch er begann sich für die Vogelbilder am Fenster zu interessieren und schaute sich die großen Legos und Bauklötze immer interessierter an. Er rutschte von selbst von meinem Schoß und wir begannen ein kleines Häuschen zu bauen.

J. machte den Vortritt und ging ins Bällebad, A. wollte folgen und so saßen am Ende, 3 Erwachsene und 2 Kinder im Bällebad. Es kam noch eine andere Familie, die Eltern schauten etwas grimmig, dabei stand ausdrücklich, dass die Eltern ihre Kinder begleiten dürfen! (Später hatten sie aber Spaß, siehe Bild oben.) Ich habe solche Bällebäder schon als Kind geliebt, einfach herrlich! (Siehe dazu Bild 1.)

So hatten wir am Ende eine nette Zeit. Abends beim ins Bett bringen, war A. noch lange wach, er war still und es schien als ob ihn etwas beschäftigte. Kein Wunder nach dem aufregenden Nachmittag. Ich habe mein Abendprogramm geändert und bin kurzerhand auch schlafen gegangen, A. schlief dann ziemlich schnell ein.

Fazit: Ein neuer Besuch steht nicht allzu bald an. Im Winter, wenn A. größer ist und die Tage kälter und dunkler werden, wagen wir es vielleicht nochmal. Als, A. sich aklimatisiert hatte, wurde es ja noch ganz nett. Trotzdem muss ich da nicht regelmäßig hin. Auf jeden Fall aber bevor A. 4 wird, mit den großen Kindern darf man nämlich nicht mehr ins Bällebad bzw. für die gibt es gar keins. 😉

Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Print this pageEmail this to someone

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.