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Alles nur eine Phase – mein Mantra der letzten Wochen

Puh, seit einigen Wochen ist bei uns der Wurm drinnen, vielmehr scheint der “Aufwach-Wurm” A. abends kontinuierlich zu pieksen… “Es ist alles nur eine Phase.” Diesen Satz kennen wohl die meisten. Oft habe ich ihn gedacht und er hat mir in vielen Situationen geholfen, mich beruhigt. Hauptsächlich auf das Einschlafen am Abend bezogen.

Zwischendurch gibt es Phasen an denen es länger braucht bis A. einschläft oder es klappt mal gar nicht. Doch eigentlich ist er ein ganz guter Schläfer. (Wenn man akzeptiert, dass er nachts nicht durchschläft, einfach weil er es noch nicht muss, lebt es sich entspannter.)

Andere Eltern mögen sagen, schlimme Abende/Nächte gehören konstant zu ihrem Alltag. Das tut mir sehr leid, wirklich. Bloß subjektiv die eigene Situation betrachtet ist man eben immer die “ärmste Elternsau von allen”.

Ja was ist denn nun eigentlich das Problem?

Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht, also nicht was das konkrete Problem von A. ist. Deshalb haben wir nach Ursachenforschung ohne Ergebnis beschlossen, dass wir die Situation als eine Phase annehmen und so entspannt wie möglich auf Veränderung warten. (*lacht hysterisch*)

Jedenfalls sind wir in der siebten Woche mit unruhigen Abenden. Grob beschrieben, sehen die meisten Abende wie folgt aus. A. schläft ein, meist dauert es 45 bis 60 Minuten, länger als gewöhnlich. Bis ich mich traue das Bett vorsichtig zu verlassen, ist es oft gegen 21 Uhr. Nun heißt es im Schnelltempo ein bisschen Zeit am Abend ohne Kind zu genießen.

Wieder aufgewacht

Denn pünktlich gegen 21.30 wird A. wach, weint und ich lege mich wieder dazu. Ich warte, dass er einschläft und schlängel mich nach gut 20 Minuten wieder aus dem Bett. Meist ist es uns zu spät und J. und ich beschließen uns bettfertig zu machen und schlafen zu gehen.

Oder, A. wird bei meinem Versuch aus dem Bett zu krabbeln wach, weint erneut und ich nehme ihn mit ins Bad und danach geht die ganze Familie ins Bett.

Dahinten scheint die Sonne, ist die Phase etwa vorbei?

Im Dezember wurden die Abende unruhiger

Angefangen hat es in Deutschland Anfang Dezember, A. und ich waren die ersten zwei Wochen ohne J. dort. Vielleicht hat ihm sein Vater gefehlt… Jedenfalls bin ich dort drei viertel der Abende gleich mit ihm ins Bett, meine Versuche aufzustehen, weckten ihn und endeten in Geschrei. Und es startete wieder der Kreislauf, warten dass er einschläft, aus dem Bett klettern oder es versuchen… Mittags ist die Situation übrigens oft eine ähnliche. Er wird zwischendurch wach, ist klar noch müde und ich lege mich dazu.

Das Warten auf den Sandmann

Und was soll ich sagen, was mich am meisten stört? Ich habe das Gefühl, ich werde bei diesem “im dunklen Raum liegen” aggressiv und matschig in der Birne. Gefühlt verbringe ich meine Abende nämlich dort mit ihm. Ich fühle mich gefangen in dieser Dunkelheit und denke daran, wie gerne ich auf dem Sofa meine Beine hochlegen würde. Ganz zu schweigen von dem gemeinsamen “Feierabend” mit J. zusammen, ein bisschen Zeit für Erwachsenenunterhaltung. (Von Netflix und Süßigkeiten ganz zu schweigen.)

Natürlich weiß ich, dass ich in keinem Gefängnis bin und wir haben probiert, dass J. sich dazu legt. Doch das klappt einfach noch nicht und macht uns alle nur unruhiger. Die Zeit wird kommen, dass der Papa ihn ins Bett bringt und ich die Füße hochlegen kann. Ommmm, ganz sicher.

Eine unruhige kleine Seele

Irgendwas treibt A. um, es sind wohl aufregende Zeiten für ihn. Ist es die in Blitzgeschwindigkeit voranschreitende Sprachentwicklung? Oder was anderes, wir wissen es nicht. Es kann ja nicht für alles eine klare Erklärung geben und vor allem eine Lösung.

Aus Erfahrung wissen wir, dass die beste Lösung jedoch die ist, für A. da zu sein. Er schläft ja, nur halt am liebsten nicht alleine. Das muss er die Nacht auch nicht, aber am Abend wären zwei Stündchen schon etwas Tolles!

101 % gibt es nicht

Ich empfinde es zurzeit schwer, immer da sein zu müssen, wenn er es braucht und Nähe zugeben und trotzdem das Gefühl zu haben, es reicht nicht. Natürlich, weiß ich und merke, dass es ihm hilft sobald ich mich wieder zu ihm lege.

Jedoch glaube ich, dass es (für mich) wichtig ist, einzugestehen, dass man Als Eltern nur 100% geben kann. Es lohnt sich darauf zu schauen, was gut läuft, z.Bsp., dass sich A. schnell beruhigen lässt. Die eigene “Arbeit” wertschätzen, in unruhigen Zeiten wird das oft (von mir) vergessen.

Mein Mantra

Jedenfalls wurde der sonst von mir eher lapidar dahingesagte Satz, dass es sich bloß um eine Phase handelt, zu meinem Mantra. Ich murmel es vor mir hin, der Satz kreist in meinem Kopf und ich klammere mich dran. Es wird besser, irgendwann. Die Frage wann stelle ich mir gar nicht mehr, ich weiß nur, dass es besser gehen wird.

Auch um mich nicht wie das Hamster im (im dunklen) Laufrad zu fühlen, hilft es mir die aktuelle Situation als endlich (eine Phase!) anzusehen. Ich habe begonnen meine Freizeit am Tag, wenn er im Park ist oder am Mittag schläft deutlicher zu nutzen. Versteife ich mich zu sehr auf eine Auszeit am Abend, stresst es mich nur stärker. Natürlich fehlt ganz klar die Zeit zusammen mit J. und wir hoffen, dass wir ganz bald wieder mehr Zeit füreinander haben. Allerspätestens in 16 Jahren… 😉

Gibt es für euch ein Mantra, das euch hilft schwierige Phasen durchzustehen?

Bis bald und viele Grüße aus Finnland,

Lara

 

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6 Comments

  1. Ich denke mir auch immer es ist alles eine Phase. Und ganz oft sage ich mir, man sollte die Zeit mit den Kleinen mehr genießen. Denn die wollen irgendwann nichtmehr so viel Nähe und dann gibt es noch genug Zeit, in der wir andere Dinge tun können. (Also im Normalfall, wenn nichts schlimmes dazwischen kommt)
    Liebe Grüße
    Betti

    1. Du hast Recht, später wünscht man sich vielleicht einen Abend mit dem Kind im Bett liegen zu können… Wahrscheinlich muss man wirklich das Beste draus machen, beeinflussen kann man diese Phasen ja eh nicht. 😉

      Bloglovin sollte jetzt wieder funktionieren! 🙂

      Liebe Grüße

      1. Ja, da hat man keine Chance. Bisher ist es bei uns so, dass sie immer bei mir schlafen will und es phasen sind, wo sie alleine schläft. Aber sie ist ja auch noch klein. So ab und zu gönnt sie mir auch ne Stunde bis ich zu ihr gehen muss. Ist ja auch schön im kalten Winter zu kuscheln.

        Bisher bei mir nicht. Vielleicht muss ich nochmal neu abonnieren… ich werds mal testen.

        Liebe Grüße
        Betti

  2. Mir hat mal jemand gesagt, dass sowas wirklich nur eine Phase ist und dass die irgendwann vorbei ist. Doch danach kommt eine andere Phase und die könnte eventuell noch unangenehmer sein 😛 Tolle Aussichten, oder? 😀 MIch hat das nicht gerade in dem Beschluss bestärkt uns für Kinder zu entscheiden.

    1. Ja, das ist wohl die einzig wahre Elternweisheit. 😉 Aber das gute an Phasen sie sind endlich und unterschiedlich. Nur fühlen sie sich teilweise unendlich an…
      Ich bin mir sicher euer Fellbaby ist da ähnlich. 😉 Vielleicht härtet er euch für die Zukunft ab.

Ich freue mich über einen Kommentar von dir.